Habilitation

Plagiatsvorwürfe gegen Radiologen an der Charité

An dem Universitätsklinikum Charité steht ein Wissenschaftler im Verdacht, bei seiner Habilitationsschrift geschummelt zu haben.

Die Internetseite VroniPlag, die als erste auch über Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und dessen Doktorarbeit berichtete, veröffentlichte eine kritische Auseinandersetzung mit der Habilitationsschrift eines Radiologen.

Laut VroniPlag soll der Radiologe bei über 20 Prozent seiner Arbeit plagiiert haben. Vorgelegt wurde die Habilitationsschrift 2003 an der Humboldt-Universität Berlin. VroniPlag will herausgefunden haben, dass es mehrere wörtliche Übernahmen aus anderen Dissertationen gebe, die nicht kenntlich gemacht worden seien. Unter anderem soll er bei eigenen wissenschaftlichen Mitarbeitern kopiert haben. Der Radiologe arbeitet an der Charité als Projektleiter, er steht kurz vor einer Berufung als Professor an der Universität Jena. Unter seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern habe er einen ausgezeichneten Ruf, heißt es an der Charité.

Der Charité ist der Plagiatsvorwurf seit März bekannt. Sprecherin Stefanie Winde betonte, dass nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen worden sei. "Mehrere unabhängige Experten haben die Habilitationsschrift untersucht und keinerlei wissenschaftliches Fehlverhalten feststellen können", sagte Winde. Die Arbeit sei auch nach der Prüfung als "herausragend" gelobt worden. Die Sprecherin sprach von einer "Rufmordkampagne", es werde versucht, durch anonyme Hinweise eine Karriere zu zerstören. An der Charité wird vermutet, dass die Vorwürfe von einem Ex-Mitarbeiter erhoben wurden, dem gekündigt worden sei.