Mit 770 000 Euro aus dem Stadtplatzprogramm des Senats werden nicht nur Bänke, Bäume und der Boden neu geschaffen. Auch ein Brunnen, der wie ein schräger Tisch gestaltet ist und bei dem das Wasser langsam von Nord nach Süd in den Boden fließt, wird gebaut.
Für die neue Aufenthaltsqualität müssen allerdings 60 Parkplätze verschwinden. Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) hat zwar Verständnis für Autofahrer, die kritisieren, dass in der Innenstadt immer mehr Parkraum geopfert werde, sagt aber auch: "Ein Platz am Kurfürstendamm kann nicht nur als Parkplatz genutzt werden." Wie vor der Schaubühnenseite gleich gegenüber werden künftig 30er-Jahre-Kugelleuchten den Platz erhellen. Der Brandenburger Bauernmarkt allerdings muss vom 16. Juli an eine Ecke weiterziehen; die Händler bauen ihre Stände dann sonnabends immer auf der Südseite der Damaschkestraße auf - zwischen Roscher- und Droysenstraße. Auch Boulespieler können sich auf dem neuen Lehniner Platz treffen. Ein Teil des Bodens wird für sie angelegt, ähnlich wie der bei Boulespielern beliebte Mittelstreifen auf der Schloßstraße.
Auch auf dem Rankeplatz zwischen Joachimstaler und Lietzenburger Straße sollen in den nächsten Tagen die Arbeiten beginnen. Hier stehen 290 000 Euro aus dem Bundesprogramm "Aktive Zentren" zur Verfügung. Die Parkplätze an der Häuserkante werden erhalten, die andere Hälfte muss zugunsten einer Neugestaltung weichen. Neu gebaut wird auch hier ein Brunnen, mit Granitstelen, die von Sitzhockern umgeben sind. Wie schon auf dem Breitscheidplatz mit den Bänken ohne Lehnen, hofft das Bezirksamt, durch minimalistische Sitzflächen zu verhindern, dass sich Angetrunkene auf dem neugestalteten Rankeplatz aufhalten. "Auf einer runden Bank liegt man nicht dauerhaft, außerdem ist das Steinmaterial pflegeleicht, Aufkleber können relativ leicht entfernt werden", sagt Gröhler. Wenn die Arbeiten im Herbst abgeschlossen sind, soll der Rankeplatz noch in Friedrich-Hollaender-Platz umbenannt werden.
Steinschale kostet bis zu 5000 Euro
Auch die zwei neuen Brunnen werden künftig von der Firma Wall betrieben, so wie die 32 anderen in Charlottenburg-Wilmersdorf auch. Zwar sind nur zwei, am Brixplatz und im Innenhof des Rathauses Wilmersdorf, nicht in Betrieb, aber bei zahlreichen Brunnen gibt es Materialschäden und Undichtigkeiten wie bei dem auf dem Rüdesheimer Platz. Geld, sie zu sanieren, hat der Bezirk jedoch nicht.
Die unansehnlichen Pflanzschalen auf dem Kurfürstendamm werden deshalb auch private Firmen nach und nach austauschen. Wie Gröhler berichtet, ist das Bezirksamt mit zwei der drei Bewerber im Gespräch über die Einzelheiten. Aus den vorgeschlagenen zehn Modellen wurde bereits eines ausgewählt, bei dem in Zukunft die Blumen in einer runden Steinschale auf dem Boulevard wachsen sollen. Sie kostet laut Gröhler zwischen 3000 und 5000 Euro, soll aber auch die nächsten 30 Jahre stehen. Die Firma, die auch für die Pflege der Schale aufkommt, erhält im Gegenzug Werbemöglichkeiten an anderer Stelle.

