Auf zwei Strecken - 60 und 120 Kilometer - geht es quer durch Berlin und ins Umland. Zum ersten Mal wird es auch ein Profirennen geben. Der Startschuss für alle Teilnehmer fällt am Brandenburger Tor.
Das Team von "Velodelight" tritt in den eigenen, exklusiven blau-goldenen "Berlin-Trikots" an. "Wir haben auf bekannte Motive wie das Brandenburger Tor oder den Fernsehturm verzichtet. Trotzdem ist das Trikot wie die Stadt - man kann Spaß mit ihm haben", sagt Henning Bommel. Der 28 Jahre alte Profiradfahrer leitet mit Ronny Hartz (27) das Team. "Unsere Trikotträger stehen mit beiden Beinen im Leben", sagt Bommel. Teamkollege Ronny Hartz: "Der Radsport nimmt für sie eine wichtige Rolle ein, aber sie nehmen ihn nicht zu ernst. Sie sind locker, entspannt, aber genauso kämpferisch, wenn sie sich ein Ziel gesetzt haben."
Die können ganz unterschiedlich sein: Manche Teilnehmer freuen sich, wenn sie die 60-Kilometer-Strecke meistern. Andere nehmen sich eine gute Platzierung bei der 120-Kilometer-Strecke vor. "So unterschiedlich die Ansprüche auch sind, das Ziel ist das gleiche: Die Leute wollen Spaß haben", sagt Henning Bommel. Der Spaß beginnt nicht erst beim Rennen am Sonntag, sondern das ganze Wochenende soll ein Highlight sein.
Das Team "Velodelight" hat dafür einen ganz besonderen Ort als "Basislager": Die Zahnarztpraxis "KU 64" am Kurfürstendamm. In der wie eine Lounge eingerichteten und in sanftem Orange gehaltenen Praxis findet am Samstagabend eine Pasta-Party statt, auch die Startnummern können die Teammitglieder dort abholen. Zustande kam die Zusammenarbeit zwischen dem Rad-Team und der Praxis eher zufällig: Henning Bommel war dort zur Behandlung, erzählte vom Berlin-Trikot und seinem Team. Praxis-Chef Stephan Ziegler, der selbst begeistert Rad fährt, unterstützt seitdem "Velodelight". Für Ziegler passen Radfahren und Zahnmedizin gut zusammen: "Wir arbeiten in der Praxis als Team. Und ohne ein Team funktioniert ja auch der Radsport nicht."
Das Erlebnis in der Gemeinschaft ist auch für Murat Taskiran wichtig. Der 42-Jährige leitet das Team der Medizintechnik-Firma Biotronik aus Neukölln. Mit 76 Freizeit-Sportlern ist das Biotronik-Team das größte beim Velothon. "Der Sport schweißt zusammen", sagt Taskiran. "Das wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus. Man lernt die Kollegen besser kennen, ist als Sportsfreund per Du." Im vergangenen Jahr starteten die Biotroniker zum ersten Mal, gewannen aus dem Stand die Firmenwertung. Ob die 76 Fahrer im Alter von Anfang 20 bis Anfang 60 ihren Titel verteidigen können, ist zwar unklar. Die gemeinsamen Trainingseinheiten am Wochenende sind etwas zu kurz gekommen, dafür haben sich im Team mehrere kleinere Trainingsgruppen gebildet. Unvorbereitet tritt Biotronik also keinesfalls an. Eine gute Platzierung unter den besten drei Firmen erhofft sich Taskiran deshalb schon. Dafür komme es natürlich auf eine gute Teamleistung an. Und: "Optimismus ist die richtige Einstellung", sagt Teamchef Taskiran. Radfahren ist eben auch ein Lebensgefühl.
Alles rund um dieses Gefühl gibt es am Sonnabend und Sonntag beim Rahmenprogramm auf der Straße des 17. Juni. Dort gibt es neben Shows und Imbissständen auch einen Messebereich. 50 Firmen präsentierten dort ihre Produkte. Die Straße des 17. Juni wird von Freitag (10 Uhr) bis Montag (6 Uhr) zwischen Yitzhak-Rabin-Straße (beziehungsweise Sonnabend um 6 Uhr sogar ab Großer Stern) und Ebertstraße gesperrt sein.

