Verantwortlich für die Gestaltung von Schloss Caputh war aber nicht der Kurfürst selbst, sondern seine zweite Gemahlin, Kurfürstin Dorothea, die das frühbarocke Gebäude im Jahr 1671 von ihrem Mann geschenkt bekam.

Dorothea ist es aber, das ist belegt, die das Schloss in der Folge ausbaut und opulent ausstattet. So wird es zu einem Lusthaus für den Sommer, mit barockem Garten, in dem Feste gefeiert werden und zu Jagden geladen wird. Die Kurfürstin lässt ein großes Schlafgemach bauen - ein repräsentativer Raum, in dem Audienzen stattfinden und Gäste empfangen werden. Zu dieser Zeit entsteht auch der gewölbte, mit Stuck verzierte Festsaal im Stile des bayerischen Barock, den ein Deckengemälde mit der Göttin Athene schmückt.

Ein weiterer Höhepunkt des Schlosses ist der so genannte Fliesensaal. "Um 1720 ließ Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, den Saal im Souterrain mit rund 7500 Fayence-Fliesen aus den Niederlanden ausgestalten", erklärt Milko Jovic, Assistent der Schlosskastellanin. Das gotische Gewölbe sollte als kühler Sommersaal dienen, in dem man auch an heißen Tagen angenehm speisen kann. Die schlichten Fliesen seien ganz nach dem Geschmack des Soldatenkönigs gewesen - der galt ja als sehr sparsam.

In fast allen Räumen des vor gut zehn Jahren restaurierten Schlosses sind die ursprünglichen Deckengestaltungen mit Gemälden und Stuck erhalten geblieben. Viele der ausgestellten Kunstwerke und Möbel gehören zur Originalausstattung.

Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Schwielowsee / OT Caputh, Tel. 033209/703 45, Di.-So., 10-18 Uhr (letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit), Eintritt mit Führung 5, ermäßigt 4 Euro, ohne Führung einen Euro weniger. www.spsg.de

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