35 Mannschaften mit je sieben Spielern treten an. Sie haben im Vorfeld Plakate zum Thema gemalt. "Chill'n statt kill'n" ist auf einem zu lesen.
Für das Turnier gilt ein Ehrenkodex. Er legt zum Beispiel fest, dass zu jeder Mannschaft mindestens zwei Mädchen gehören und eines von beiden auf dem Feld stehen muss. Am Montag spielten die Schüler der Unterstufe, am heutigen Mittwoch treten die Jugendlichen der Mittelstufe an, am Freitag die aus der Oberstufe. Am Donnerstag können sich alle Spieler beim Torwandschießen austoben. Das Turnierfinale wird am Freitag ausgetragen.
Eltern, Lehrer und Mitschüler feuern die Finalisten an. Pokale, Trikots, Bälle und Torwand hat Adidas bereitgestellt. Das Unternehmen fördert das Fußball-Turnier zum fünften Mal. Initiator des Wettbewerbs ist Mohamed El-Asmer. Er machte sich 2006 auf die Suche nach Sponsoren. Der damalige Schülersprecher wollte etwas gegen die Gewalt unter den Kindern aus Migrantenfamilien unternehmen. "Es gab viele Konflikte auf dem Schulhof", erzählt er. "Meist nur, weil man sich nicht kennt." Das Anti-Gewalt-Fußballturnier habe Veränderungen bewirkt. "Es gibt seither weniger Schlägereien und Auseinandersetzungen an unserer Schule", sagt El-Asmer. Weil viele Schüler sich durch den Sport kennen würden, weil sie miteinander oder gegeneinander gespielt hätten. Das Projekt ist mehrmals ausgezeichnet worden.
Mohamed El-Asmer studiert Betriebswirtschaft an der Beuth-Hochschule und ist 23 Jahre alt. Seiner alten Schule in Kreuzberg ist er treu geblieben und organisiert nach wie vor die beliebte Sport-Veranstaltung. "Ich möchte etwas zurückgeben von dem, was ich gelernt habe", sagt er. "Und ich freue mich an den leuchtenden Augen der Kinder, die mitmachen." Mohamed El-Asmer hat neun Geschwister. Seine Eltern kamen als Kriegsflüchtlinge aus dem Libanon nach Berlin. "Sie haben großen Wert auf unsere Bildung gelegt", sagt El-Asmer. Fünf seiner Geschwister lernen noch an der Carl-von-Ossietzky-Oberschule. Die Zwillinge Ibrahim und Ahmed (19) gehen in die 12. Klasse und sind, wie ihr Bruder, Schülersprecher geworden.

