Straßengeschichte

Schlesische Straße

Seit 1839 heißt die vormalige Cöpenicker Heerstraße Schlesische Straße. Ein Jahrhundert zuvor war das Stadttor am Anfang der Straße in Schlesisches Tor umbenannt worden.

Der U-Bahnhof gleichen Namens eröffnete 1902. Im 17. Jahrhundert entstand inmitten von Wiesen die Meierei Bartholdi, zu deren späteren Besitzern im 19. Jahrhundert der Stadtrat Heinrich Andreas de Cuvry gehörte. De Cuvry parzellierte seinen unfangreichen Grundbesitz, ließ Mietshäuser bauen. Noch zu seinen Lebzeiten wurde eine Seitenstraße nach ihm benannt. Im 19. Jahrhundert siedelte sich vor allem textil- und metallverarbeitende Industrie an. Der Kupferschmied Carl Justus Heckmann gründete auf dem zwischen dem heutigen Heckmannufer und der Taborstraße gelegenen Grund ein Metallwalzwerk. Zu dieser Zeit war die Wohnbevölkerung eine Mischung von Handwerkern, Arbeitern und Großbürgern. Auch Heckmann residierte vis-a-vis seiner Fabrik in einer Villa. 1897 wurde die Heckmann-Produktion nach Duisburg verlegt, die Fabrikgebäude durch Wohnhäuser ersetzt. Im 20. Jahrhundert baute der schwedische Unternehmer Carl Lindström zwischen Heckmann-Villa und Spree ein Werk für die Produktion von Grammophonen und Schallplatten auf. 1953 verlegte die AG ihre Produktion nach Köln. Seit Jahren wird an der Schlesischen Straße erbittert um die großflächige Neubebauung von Grundstücken und Brachen (Foto) diesseits und jenseits der Spree gestritten.