Energie

Feuerwache wird mit Bio-Erdgas beheizt

Berlins größte Berufsfeuerwache, in der auch die Leitstelle ansässig ist, von der alle Einsätze der Berliner Feuerwehr koordiniert werden, wird künftig umweltfreundlich mit Strom und Wärme versorgt.

Genauer gesagt mit Bio-Erdgas, das aus Pflanzen in Rathenow entsteht, mit herkömmlichem Erdgas vermischt und von der Gasag über Rohre ins Berliner Erdgasnetz eingespeist wird.

Durch ein neues Blockheizkraftwerk wird jährlich am Standort Nikolaus-Groß-Weg 2 in Charlottenburg-Nord 80 Prozent des bisherigen Kohlendioxid-Ausstoßes eingespart. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) nahm die Neuerung am Freitag symbolisch mit einem großen Ballon, auf dem die Einsparung von 1350 Tonnen CO2 aufgemalt war, in Betrieb.

Gebaut und finanziert hat das kleine Kraftwerk die Berliner Energieagentur. Sie investierte 500 000 Euro unter anderem für das Kraftwerk und die Heizzentrale. Sie wird es auch betreiben und verkauft die Wärme an den Gebäudeeigentümer. Untergebracht ist das Kraftwerk in einem Keller auf dem weitläufigen Gelände der Feuerwache. Während die Wärmeenergie direkt in die Gebäude fließt - 21 000 Quadratmeter müssen beheizt werden, wird der erzeugte Strom komplett ins öffentliche Netz eingespeist, das auch im Sektor der regenerativen Energien wie ein großer Speicher funktioniert, von dem sich anschließend alle bedienen.

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH - sie betreibt die Gebäude - war froh, die Energieagentur mit ins Sanierungsboot zu holen. Rund zehn Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II standen zur Verfügung, um das Verwaltungsgebäude der Feuerdirektion West komplett energetisch zu sanieren: Die Fassaden erhielten eine Wärmedämmung, Fenster wurden erneuert, elektrische Anlagen ausgetauscht, Sanitärbereiche und Abwasserleitungen modernisiert. Ende des Jahres soll alles fertig sein.

Für die Berliner Feuerwehr ist das neue Kraftwerk das vierte - kleinere stehen bereits in Moabit, Köpenick und Buchholz. "Dieses neue ist das größte. Damit leistet die öffentliche Hand einen weiteren Beitrag, um die Klimaschutzziele zu erreichen", sagte Körting. Bis 2020 sollen in Berlin 40 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes eingespart werden.

Nach der Sanierung wird auch wieder die Bekleidungskammer für rund 3500 Berufsfeuerwehrleute und 1400 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung stehen. Rund 150 Feuerwehr-Mitarbeiter mussten wegen der Umbauarbeiten in Ausweichquartieren in Spandau und Mitte arbeiten. Anfang Mai ist der Rückzug geplant.