Beleuchtung

Gaslampen in Moabit leuchten bald elektrisch

Die Gasleuchten auf dem denkmalgeschützten Gerickesteg in Moabit bleiben erhalten. Sie sollen demnächst aber elektrisch betrieben werden.

Das sagte Mathias Gille, Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Die für das öffentliche Licht zuständige Firma Alliander erprobe gerade, wie es technisch umsetzbar sei, in die Leuchtkörper LED einzubauen. Die Reparatur der undichten Leitungen wäre nach Aussagen von Gille ein "unangemessener Aufwand" gewesen und trotz der denkmalgeschützten Brücke, zu der auch die Leuchten, aber nicht die Leuchtmittel gehörten, nicht zu rechtfertigen gewesen.

Liebhaber der Gasleuchten sehen darin jedoch nur die Strategie des Senats, das goldgelbe Licht aus der Stadt zu verbannen. "Selbst wenn die Beleuchtungsart Gas tatsächlich nicht explizit zum Baudenkmal Gerickesteg gehören sollte, zeigt dieser Vorgang doch eine problematische Haltung zum Denkmalschutz. Die Gasbeleuchtung dort ist der Originalzustand, der dem Sinne nach zu schützen ist", sagte Bertold Kujath vom Förderverein "Gaslicht-Kultur". Er vermutet, dass an prominenter Stelle ein teures Vorzeigeprojekt entstehe, das darüber hinwegtäusche, dass in den übrigen Straßen Berlins die Gasbeleuchtung auch künftig durch gewöhnliches Elektrolicht mit schlechterer Lichtqualität ausgetauscht werden solle.

An ihrem Plan, den Großteil der rund 44 000 Berliner Gasleuchten nach und nach durch Elektroleuchten zu ersetzen, hält die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung fest. Rund 176 000 Elektroleuchten gibt es bereits. Als erstes sollen 8400 Gasreihenleuchten, wie sie beispielsweise in Alt-Tempelhof stehen, ausgetauscht werden. Sie verbrauchen nach Auskunft der Behörde besonders viel Energie und haben wegen ihrer Störanfälligkeit zudem hohe Wartungskosten. Aber auch rund 30 000 sogenannte "Aufsatzleuchten", wie sie in vielen Wohngebieten wie in der Tempelhofer Parkstraße unweit der Dorfkirche stehen, sollen künftig noch ersetzt werden.