Verkehr

Neue Hoffnung auf geplanten Regionalbahnhof in Köpenick

Bahn-Fahrgäste in Köpenick können wieder auf einen eigenen Regionalbahnhof hoffen. Nachdem der Bund und die Deutsche Bahn den seit Jahren geplanten Ausbau des Bahnhofs Köpenick zum Regional-Halt gestrichen hatten, will nun offenbar der Berliner Senat einspringen. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Parlamentsanfrage der CDU hervor.

"Zur Finanzierung gibt es noch keinen Beschluss", schreibt Staatssekretärin Maria Krautzberger. Es sei jedoch beabsichtigt, "in den Haushaltsberatungen 2012/13 Mittel für den Bau des Regionalbahnhofs Köpenick anzumelden". Etwa 3,3 Millionen Euro wären nach aktuellen Schätzungen nötig, um dort einen Bahnsteig für Regionalzüge zu bauen. Der neue Haltepunkt soll vor allem den zunehmend maroden Regionalbahnhof in Karlshorst ersetzen.

Der Berliner Fahrgastverband Igeb reagierte am Sonntag erfreut über die Ankündigung der Senatsverwaltung. "Das ist eine gute Nachricht für die Bahnkunden im Südosten", sagte Igeb-Sprecher Jens Wieseke auf Anfrage dieser Zeitung. Der Fahrgastverband schlägt erneut vor, den Bau des Bahnsteigs aus den wegen der Krise einbehaltenen S-Bahn-Zuschüssen zu finanzieren. "Es gibt die S-Bahn-Millionen nun einmal, und sie müssen möglichst sinnvoll verbaut werden", sagte Wieseke. Auch in den kommenden Jahren sei damit zu rechnen, dass der Senat seine Zahlungen an die S-Bahn wegen nicht erbrachter Leistungen um einen zweistelligen Millionenbetrag kürzen werde.

Wann der neue Regionalbahn-Halt in Köpenick in Betrieb gehen könnte, ist offen. Ursprünglich war eine Eröffnung im Jahr 2014 geplant. Bis Regionalzüge in Köpenick halten können, bleibt den Reisenden nur die aus DDR-Zeiten stammende und seitdem nur notdürftig ausgebesserte Station Karlshorst. Eine Sanierung des bröckelnden Bahnhofs lehnt die Deutsche Bahn weiter ab. Allerdings sichert sie dem Land nun zu, Karlshorst so lange offenzuhalten, bis der neue Regionalbahnsteig für die Strecke Berlin-Frankfurt (O.) am Ostkreuz in Betrieb geht, voraussichtlich im Jahr 2015.

Wie berichtet, hatte sich der Bund Ende vergangenen Jahres aus Kostengründen von den Ausbauplänen in Köpenick verabschiedet. Hintergrund war die Streichung eines weit größeren Projekts. Geplant war, die Trasse, über die unter anderem der wichtige Regionalexpress RE 1 (Magdeburg-Berlin-Frankfurt (O.)) rollt, für Höchstgeschwindigkeiten bis 160 Kilometer pro Stunde auszubauen. Weil das Geld fehlt, stornierte die Bundesregierung im Dezember den Umbau des Abschnitts zwischen Ostbahnhof und Stadtgrenze - und damit auch den Ausbau des Bahnhofs Köpenick. Bezirkspolitiker aus Treptow-Köpenick kritisierten die Entscheidung damals scharf. Mit der Streichung seien auch andere städtebaulich wichtige Projekte in Gefahr, hieß es.