Heerstraße

Freybrücke in Spandau wird für 30 Millionen Euro neu gebaut

Die denkmalgeschützte Freybrücke, die mit der Heerstraße über die Havel führt, wird neu gebaut. 30 Millionen Euro sind dafür kalkuliert. Aufgrund ihres Zustands - bereits seit Jahren darf sie nur noch mit Tempo 30 überquert werden - könne sie nicht mehr instand gesetzt werden.

Die Erhaltungs- und Sanierungskosten wären so teuer wie ein Neubau, antwortete Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf eine Anfrage des Spandauer SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz.

Schulz hatte um Überprüfung gebeten, ob die im Bereich des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17 liegenden sanierungsbedürftigen Brücken neu gebaut werden müssen oder ob sie nicht kostengünstiger instand gesetzt werden könnten. Die Spandauer Fraktionen der CDU und FDP hätten die Brücken eigentlich lieber sanieren lassen. Jetzt sagt Arndt Meißner, der Spandauer CDU-Fraktionsvorsitzende: "Wir verschließen uns nicht, wenn ein Neubau der Freybrücke kostengünstiger ist als eine Sanierung."

Bei der Schulenburg-, Charlotten- und Dischingerbrücke sind die Planungen und Untersuchungen von Bund und Land noch nicht so weit. "Für die Beurteilung der erforderlichen Durchfahrtshöhen der Brücken sind Untersuchungen erforderlich, die belastbare Wasserstandsprognosen ermöglichen. Diese Untersuchungen werden erst 2011/2012 zu Ergebnissen führen", schreibt das Bundesministerium. Lediglich für die Schulenburgbrücke gibt es Vorplanungen. Dort wird geprüft, ob es machbar und sinnvoll ist, die Brücke zu sanieren und sie anzuheben.

Im Frühjahr 2011 sollen die Ausschreibungsunterlagen für die Freybrücke veröffentlicht werden, damit gegen Ende des Jahres erste Bauaktivitäten beginnen. Die Bauzeit ist mit drei Jahren kalkuliert, 2015 soll die neue Freybrücke fertig sein. Bevor die alte Überquerung rückgebaut werden kann, muss nach Auskunft von Petra Rohland, Sprecherin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, eine Behelfsbrücke nördlich der vorhandenen gebaut werden.

Die Freybrücke ist nur eine von insgesamt fünf Brücken über die Havel, die im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17 noch auf dem Prüfstand stehen. Die Mörschbrücke und die Ludwig-Hoffmann-Brücke sind bereits erneuert. Die Rohrdammbrücke muss ebenfalls noch saniert oder erneuert werden. Von einer Verbreiterung der Freybrücke mit einem Ausbau des Wasserweges ist der Bund abgerückt. Sie muss jedoch angehoben werden, damit sie für einen zweilagigen Containerverkehr tauglich ist. "Ziel ist es, dass unter der Freybrücke an 360 Tagen im Jahr die nötige Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern vorhanden ist. Dazu soll die Brücke um 48 Zentimeter angehoben werden", bestätigte der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, Rolf Dietrich.