Kriminalität

Brandanschlag auf Moschee in Wilmersdorf

Die Serie der Brandanschläge auf islamische Einrichtungen hält an. Unbekannte haben in der Nacht zu Sonnabend in Wilmersdorf versucht, die Eingangstür der Ahmadiyya-Moschee an der Brienner Straße anzuzünden. Polizeibeamte konnten den Brand mit Autofeuerlöschern eindämmen.

Es entstand geringer Sachschaden, verletzt wurde niemand. Der Staatsschutz ermittelt, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen wird. Laut Polizei werde geprüft, ob Zusammenhänge mit früheren Anschlägen in Neukölln und Tempelhof bestehen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat den erneuten Brandanschlag verurteilt.

Ein Passant hatte gegen 1.45 Uhr einen Feuerschein an dem Gotteshaus bemerkt und die Polizei gerufen. Nach Polizeiangaben hinterließen die Täter am Brandort eine Nachricht. Zum Inhalt wollte der Staatsschutz aus ermittlungstaktischen Gründen keine Einzelheiten nennen. Seit Sommer vergangenen Jahres gab es in Berlin insgesamt sechs Brandanschläge auf muslimische Einrichtungen. Zuletzt waren im Dezember ein islamisches Kulturzentrum in Tempelhof und im November die Al-Nur-Moschee in Neukölln betroffen. Zudem war an der größten und repräsentativsten Moschee der Hauptstadt am Columbiadamm zwischen Juni und November mehrfach Feuer gelegt worden. Der gefährlichste Anschlag gegen die Sehitlik-Moschee war im August verübt worden, als Unbekannte eine Propangasflasche nahe der Fassade angezündet hatten, die jedoch nicht explodierte.

Körting rief angesichts des Anschlags gestern zu mehr Toleranz auf. "Wir brauchen den Zusammenhalt der Religionen in der multireligiösen Stadt Berlin", so Körting. Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Abgeordnetenhauswahl, Renate Künast, sagte der Berliner Morgenpost: "Dieser feige Anschlag ist ein Angriff auf die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit, die es entschlossen zu verteidigen gilt. Wir alle sind zur Toleranz und zum Respekt gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen aufgerufen, gerade in unserer Stadt, in der Menschen aus vielen Kulturen und Glaubensgemeinschaften zusammenleben." Der stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Charlottenburg-Wilmersdorf, Stefan Evers, sprach von einer Schande und einem Zeugnis menschlicher Dummheit. "Die Ahmadiyya-Moschee ist ein Symbol und ein Gebetsort des gewaltfreien Islam und ein bedeutendes historisches Baudenkmal in Wilmersdorf", so der Wilmersdorfer Kandidat für das Abgeordnetenhaus.