Die Baugenehmigung für das Bauvorhaben auf dem Spreedreieck des Hamburger Investors Harm Müller-Spreer ist erteilt. Das teilte Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau (für Grüne) gestern dieser Zeitung mit. "Der Tränenpalast muss in seiner jetzigen Form erhalten bleiben", sagt die Stadträtin.
"Die Baugenehmigung ist mit vielen Auflagen versehen und nicht vollziehbar", sagt Harm Müller-Spreer. In der kommenden Woche soll es neue Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Behörden geben.
Auf dem Grundstück an der Friedrichstraße/ Ecke Reichstagufer ist ein zehngeschossiger Neubau nach Entwürfen des Berliner Architekten Mark Braun geplant. Als künftiger Nutzer ist das Wirtschaftsberatungsunternehmen Ernst & Young vorgesehen.
Der Streit um den Umgang mit dem auf dem Grundstück befindlichen denkmalgeschützten Tränenpalast könnte allerdings den Baustart verzögern. Wie berichtet, will Müller-Spreer Teile des Tränenpalasts abbauen, einlagern und nach dem Bau dreier Tiefgeschosse am Originalplatz wieder aufbauen. Dem widerspricht die Denkmalbehörde.
Sie bekam nun Unterstützung von gänzlich unerwarteter Seite. "Wenn da jemand rumschraubt, besteht Einsturzgefahr", warnt Günter Matzko. Der heute 75-jährige Ingenieur war Anfang der 60-er Jahre als Statiker, Entwurfsingenieur und Projektleiter für die "Grenzübergangsstelle Berlin-Friedrichstrasse" zuständig. Der schwierige Baugrund habe damals komplexe Baumethoden erfordert, berichtet der ehemalige Reichsbahnrat. Zugbänder, die für die Stabilität des Gebäudes sorgen, seien zum Beispiel einbetoniert worden, was von außen nicht sichtbar sei.
apu

