Bei großer Hitze häufen sich auch die Badeunfälle. Rettungsschwimmer in Freibädern und an Badeseen haben in dieser Saison sehr viel zu tun. Bis zum 16. Juli waren Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) schon 1120 Mal im Einsatz. Insgesamt bewachen Rettungsschwimmer 31 der 41 offiziellen EU-Badestellen. Außerhalb der Freibäder sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter von DLRG, vom Roten Kreuz und vom Arbeiter-Samariter-Bund jedoch nur an den Wochenenden im Einsatz. "Die Badestellen sind eindeutig stärker frequentiert als in den vergangenen Jahren", sagt Michael Neiße, Sprecher der DLRG Berlin. Zusätzlich seien deshalb auch Streifenboote der Rettungsgesellschaft an wilden Badestellen unterwegs.

Besonders häufig müßte Badenden bei Kreislaufschwierigkeiten, Menschen wegen ihres Alkoholkonsums und unbeaufsichtigten Kindern geholfen werden. Als Einsatzschwerpunkt gilt in diesem Jahr die Badestelle Reiswerder am Tegeler See. "Durch den Fährbetrieb gibt es dort Untiefen, in denen ab und zu Kinder verschwinden", sagt Neiße. Bisher hätten die Helfer immer rechtzeitig eingreifen können.

Erschwert werden die Rettungsversuche aber oft durch die Algenblüte. An sieben Badestellen, vornehmlich in Köpenick, hat das Landesamt für Gesundheitsschutz (Lagetsi) ein starkes Wachstum dieser Pflanzen beobachtet. "Durch die geringe Sichttiefe können Personen unter Wasser nur schwer geborgen werden", sagt Robert Rath, Sprecher des Lagetsi. Bisher würden sich die Algen vor allem auf die Gewässer im Südosten Berlins konzentrieren, die von der Dahme durchflossen werden. In Schmöckwitz beispielsweise sollten die Anwohner aufs Baden verzichten. Rath rechnet jedoch damit, daß sich bei anhaltender Hitze die Algen auch in der Havel ausbreiten werden. Als Faustregel für die Sicherheit gelte, daß Badende noch ihre Füße sehen sollten, wenn sie bis zum Knie im Wasser stehen.

Auch die Keime nehmen bei der Dauerhitze zu. An 14 von 41 Badestellen hat die Anzahl der Bakterien bereits die Richtwerte der EU überschritten. Das Fischsterben nach dem vergangenen Gewitter habe zusätzlich organische Materialien ins Wasser gebracht, erklärt Rath. Allerdings würden die EU-Grenzwerte an keiner Meßstelle überschritten, was bei den extremen Bedingungen auf intakte Selbstreinigungskräfte hinweise. "Das Baden ist gesundheitlich vollkommen unbedenklich", so Robert Rath.