Die Diskothek Big Eden am Kurfürstendamm 202 hat einen neuen Eigentümer. Der bisherige Betreiber Falk Walter, der in Berlin außerdem für die Arena in Treptow verantwortlich zeichnet und beim Admiralspalast an der Friedrichstraße Teilhaber ist, hat den Club nach knapp vier Jahren an Thorsten Müller verkauft. Müller ist im Berliner Nachtleben eine bisher unbekannte Größe.

Im Spätsommer 2002 hatte Falk Walter gemeinsam mit den Geschäftsführern des Sage Club das Big Eden erworben. Der Erfinder, Besitzer und Namensgeber der Diskothek, der ewige Playboy Rolf Eden, ging damals in den seit langem verdienten Ruhestand. Die neuen Eigentümer der Charlottenburger Disko wollten vor allem das hippe Partyvolk aus Mitte in die verstaubte Tanzinstitution locken. Doch bereits nach einem halbem Jahr stieg der Sage Club aus dem Projekt im Wilden Westen aus, Falk Walter und sein Team übernahmen die komplette Verantwortung. Zur Begründung für den Verkauf der Kudamm-Disko, die in den Siebzigern und Achtzigern ihre beste Zeit erlebt hatte, sagt Arena-Sprecherin Lone Bech: "Es wurde zuviel." Das "Zuviel" bezieht sich auf Falk Walters kleines Gastronomie-Imperium. Allein das Arena-Areal an der Spree beherbergt zahlreiche Lokalitäten wie Badeschiff, Freischwimmer, Glashaus und MS Hoppetosse, demnächst soll ein Yachthafen entstehen. Und der Geschäftsmann Walter erweitert sein Revier. Am 11. August öffnet der Admiralspalast, das ehemalige Metropol-Theater, in Mitte. In dem Gebäude an der Friedrichstraße sind neben Aufführungen auch ein Restaurant und ein Club geplant.

Der Admiralspalast wird die Mitarbeiter von Falk Walter sicherlich voll auslasten. Doch es gibt offensichtlich einen weiteren Grund für den Verkauf des Big Eden. Das Mitte-Publikum ließ sich nicht dauerhaft an den Kudamm locken, und den Anschluß ans schicke West-Berliner Publikum schafften die Treptower nicht. "Da fehlten uns die Kontakte", gibt Lone Bech zu. Der neue Investor Thorsten Müller hält sich noch bedeckt, wenn es um die Zukunft seines Kudamm-Objektes geht. "Wir haben ein neues Konzept und planen einen Umbau", verrät er lediglich.

Auch anderen Berliner Clubs könnten Veränderungen bevorstehen. Über das Felix im Hotel Adlon kursieren Gerüchte, wegen des Sicherheitsrisikos für die angrenzende US-Botschaft könne es sein, daß der Club schließen müsse. Eigentümer Anno August Jagdfeld wollte zu den Spekulationen keine Stellung beziehen. Auch die amerikanische Botschaft hält sich bedeckt. "Kein Kommentar", heißt es aus deren Pressestelle.

Beim Aktionärsclub Goya keimt unterdessen neue Hoffnung. Nach dem Insolvenzantrag schloß der Club am Nollendorfplatz im Mai seine Pforten. Doch schon davor zeigte die Firma Treugast aus München, die auch das Tempodrom betreibt, massives Interesse, verhandelte bereits mit Insolvenzverwalter Peter Leonhardt. Dennoch wurde der Vertrag für das Gebäude "fristgerecht Ende Juni gekündigt", sagt ein Sprecher des Insolvenzverwalters. "Wir haben nach wie vor Interesse am Goya", bestätigt indes Treugast-Geschäftsführer Stephan Gerhard. "Das Tempodrom und das Goya würden sich sehr gut ergänzen."