Erst vor gut einem Monat ist eine Großveranstaltung in Berlin von einem tragischen Zwischenfall überschattet worden. Am Ende der Feier zur Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs am 26. Mai hatte der 16jährige Mike P. bei einem Amoklauf 41 Besucher und Passanten mit Faustschlägen und Messerstichen verletzt.
Die Attacke des angetrunkenen Schülers aus Neukölln hält speziell die 33 durch Messerstiche Verletzten in Angst und Schrecken. Hatte sich doch unmittelbar nach der Attacke herausgestellt, daß einer der ersten Verletzten mit HIV infiziert war. Es besteht daher die Gefahr, daß das Virus über das blutige Messer auch auf andere Opfer übertragen worden ist. Alle bisherigen Tests waren jedoch negativ. Endgültige Gewißheit für die Betroffenen gibt es aber erst nach etwa fünf Monaten.
Zur Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs hatten sich mehr als 500 000 Besucher auf dem Areal am Spreebogen eingefunden. Abschluß des Festes bildete am Abend eine Lasershow. Anschließend machten sich Hunderttausende auf den Heimweg. Der mit 1,4 Promille alkoholisierte P. begann gegen 23.30 Uhr an der Kreuzung Unter den Linden/Wilhelmstraße seinen Amoklauf in Richtung Parlaments- und Regierungsviertel. Erst nach 16 Minuten konnten Wachmänner den Jugendlichen überwältigen. Mike P. sitzt in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Anklage wegen versuchten Mordes in 24 Fällen.
Kritik am Sicherheitskonzept wurden von Polizei und Bahn AG im Anschluß zurückgewiesen. Aktionen von Einzeltätern könnten nicht hundertprozentig verhindert werden, hieß es.
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