Er gibt zur Begrüßung die linke Hand, weil die rechte offenbar gelähmt ist. Und wenn man ihn anspricht, ringt er nach Worten, weil er kaum reden kann. So erlebten in letzter Zeit wiederholt Teilnehmer öffentlicher Veranstaltungen den früheren Berliner CDU-Politiker Heinrich Lummer.
17 Monate nach seinem schweren Schlaganfall und zehn Monate nach seiner Rückkehr aus einer Reha-Klinik im Sauerland machen sich Verwandte und Freunde des 71 Jahre alten, ehemaligen Innensenators noch immer Sorgen um seine Gesundheit. Lummer hatte sich am 16. April vergangen Jahres einer Herzkatheder-Untersuchung unterzogen. Noch während des Eingriffs, erlitt er einen Schlaganfall, von dem die linke Gehirnhälfte betroffen war.
Inzwischen hat er das Schreiben mit der linken Hand mühsam gelernt, heißt es. Er verfasse Zeitungsartikel und sei im Kopf völlig klar, sein Gedächtnis funktioniere sogar ausgezeichnet. Lummers Hoffnung, bald wieder Reden halten und telefonieren zu können, habe sich aber noch nicht erfüllt. Das Laufen soll ihm gelegentlich sogar schwerer fallen als noch während seines achtmonatigen Klinikaufenthalts in Bad Wünnenberg. "Sicher fortbewegen kann er sich ohne Krücken nur am Arm seiner Frau", sagt einer seiner alten Freunde, der ihm zufällig begegnet ist. "Sie muss ihn offenbar auch rund um die Uhr betreuen."
Sehr stört es den weit über Berlin hinaus bekannten Lummer nach Informationen aus seiner Umgebung, wenn ihn fremde Menschen anstarren. Zum Verein "Die deutschen Konservativen", deren Ehrenpräsident er noch immer ist, unterhält er aber Kontakt.
Heinrich Lummer war von 1969 bis 1980 Berliner CDU-Fraktionschef und bis Juni 1981 ein halbes Jahr Präsident des Abgeordnetenhauses. Von 1981 bis 1986 war er Innensenator. Von 1987 bis 1998 gehörte er dem Bundestag an.
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