600 neue Eigenheime am Gehrensee

In den Falkenberger Auen am Gehrensee entsteht eine der größten Eigenheim-Siedlungen im Ostteil Berlins. Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge will an der Landesgrenze zu Brandenburg zwischen dem Gewässer und der Ahrensfelder Chaussee etwa 600 Einfamilien- und Reihenhäuser errichten. Baubeginn soll im Sommer 2005 sein.

Damit wird eine zu DDR-Zeiten mit hohen Betonmauern und Elektrostacheldraht abgeschottete Gegend wieder "urbar" gemacht. Einst befand sich dort ein Arbeits-Außenlager für vorwiegend politische Häftlinge des berüchtigten Zuchthauses Bautzen. Die Stasi unterhielt außerdem geheime Logistikobjekte. Im Oktober 1989 waren in dem Komplex auch Menschen inhaftiert, die an Demonstrationen gegen das SED-Regime teilgenommen hatten.

Die Howoge hat das gesamte, 26 Hektar große Baugrundstück von der Oberfinanzdirektion erworben und alle ehemaligen Lager-, Verwaltungs- und Garagengebäude abgerissen sowie das Gelände entseucht. Sprecherin Angela Reute: "Allein dafür fielen Kosten von 5,5 Millionen Euro an." Insgesamt sollen in das Bauvorhaben, das voraussichtlich zehn Jahre in Anspruch nehmen wird, etwa 100 Millionen Euro investiert werden.

Es grenzt an die Howoge-Wohnanlage "Falkenwiese", in der schon 90 von 180 Häusern bezogen oder verkauft sind. An die Marie-Elisabeth-von-Humboldt-Straße grenzen die ersten beiden Bauabschnitte der neuen Eigenheim-Siedlung, die den Namen "Wohnen am Gehrensee" trägt. Projektchef Michael Eimer: "37 Bauanträge liegen bereits vor." Direkt an der Ahrensfelder Chaussee sollen Gewerbe- und Handelsbauten entstehen. Der Investor sorgt auch für neue Straßen. "Um eine zeitweilige Brache auf dem Bauareal zu vermeiden, wird ein Golfplatz angelegt", so Eimer. Die auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend in Mitte befindliche Golfanlage ziehe wegen des BND-Neubaus nach Falkenberg um. Das Bezirksamt Lichtenberg stimmte zu.

Durch die neue Eigenheim-Siedlung wird eine Promenade mit "Wasserthemenpark" zum Gehrensee führen. Die aufwendige Sanierung des total verschlammten Gewässers wurde jetzt abgeschlossen. 6000 Kubikmeter Faulschlamm waren zu entsorgen. Nun muß sich der See wieder mit Wasser füllen. "Drumherum wird ein zehn Hektar großes Naherholungsgebiet gestaltet", so Umweltstadtrat Andreas Geisel (SPD). Dazu gehören Liegewiesen sowie vier Lilien-, Weiden-, Schilf- und Erlenanger. Die Gesamtkosten von 2,1 Millionen Euro trägt zu 75 Prozent die EU.