Seit der überraschenden Schließung des zur Ufa gehörenden Traditionskinos im Jahre 2001 befand sich das denkmalgeschützte Gebäude gleich gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Besitz einer irischen Investmentgesellschaft. Das Maklerunternehmen Lührmann, das die Immobilie gerade an den deutschen Investor vermittelte, sieht für innerstädtische Einzelhandelsimmobilien in Toplagen wie beim Marmorhaus eine Erholung des Marktes nach der Finanzkrise gekommen: "Konservative Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen, die für ihre langfristigen und sicherheitsorientierten Anlagestrategien bekannt sind, suchen wieder lukrative Immobilieninvestments, die allerdings in erster Linie defensiv ausgerichtet sein müssen", sagte Mario Hampel, Geschäftsführender Gesellschafter von Lührmann Berlin, anlässlich des Verkaufs.
Firmen, die vor der Finanzkrise aufs schnelle Geld aus gewesen seien, sind nach Beobachtung des Immobilienexperten mittlerweile in den exquisiten Lagen vom Markt verschwunden. 1A-Lagen wie die des Marmorhauses am Kurfürstendamm seien in der Anschaffung teurer als andere Objekte, dafür aber auch wertbeständig. Wegen der zumeist solventen Mieter sei zudem das Risiko des Leerstands gering.
Das ist auch im Marmorhaus so: Das spanische Modeunternehmen Zara hat seinen Mietvertrag für das rund 2200 Quadratmeter große mehrgeschossige Ladengeschäft bis zum Jahr 2018 verlängert, teilte das Maklerunternehmen weiter mit.
Haus mit Tradition
Neben der ehemaligen Filmbühne Wien (ehemals Union-Palast) gilt das Marmorhaus als eines der ältesten Kinos Berlins. Errichtet wurde das Lichtspielhaus 1912/13. Im Jahre 1919 wurde hier die Welturaufführung von Robert Wienes "Das Kabinett des Dr. Caligari" gezeigt. Den Zweiten Weltkrieg hatte das Gebäude weitgehend unbeschadet überstanden. In den 50er-Jahren löste der Zoo-Palast das Marmorhaus als Premierenkino ab. Nach der Schließung des Gloria-Palastes 1998 und der Filmbühne Wien im Jahre 2000 reihte sich die Schließung des Marmorhauses 2001 in das langsame Sterben der Kinopaläste am Kurfürstendamm ein. Heute gibt es direkt am Kurfürstendamm nur noch das Cinema Paris in Höhe der Uhlandstraße und die Astor Film Lounge gegenüber dem Kranzler Eck.

