"Das Baurecht kennt keinen Gesinnungsparagrafen", sagte Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). Gleichwohl habe das Bezirksamt versucht, sich sachkundig zu machen. Recherchen hätten "keinerlei Hinweis erbracht, der sich als Vorwurf verdichten ließe". Man werde weiter kritisch hinschauen. Der CDU-Verordnete Michael Schill hält die Entscheidung für "leichtsinnig und bedenklich", man müsse auch die verfassungsrechtliche Seite abklären.

Der SPD-Abgeordnete Stefan Zackenfels fordert mehr Transparenz vom Bauherren, dem "Islamischen Verein für wohltätige Projekte". Es sei bisher nicht nachvollziehbar, woher das Geld kommen solle. Der Verein will die Investition überwiegend mit Spenden finanzieren. "Wir gehen von fünf Millionen Euro Kosten aus", sagt Vereinssprecher Birol Ucan. Diese sollen sowohl durch Spenden und Kredite als auch durch "Eigenarbeit im Rahmen des Möglichen" erbracht werden. "Wir wollen bundesweit bei Muslimen sammeln." In der Türkei würden alle Moscheebauten durch Spenden finanziert. Vorwürfe des Berliner Islamwissenschaftlers Ralf Ghadban, es gebe radikale Strömungen im Verein, weist Ucan von sich: "Seit 1996 betreiben wir an der Skalitzer Straße 32 in Kreuzberg eine für alle offene Einrichtung."

Allein in Kreuzberg sind drei neue Moscheen geplant: Die Islamische Föderation will an der Skalitzer Straße 131 das "Mevlana-Kulturhaus" sowie an der Falckensteinstraße 12 das "Fatih Kulturhaus" bauen. Die Bauanträge hierfür sind jedoch noch nicht gestellt. "Wenn wir Integration wollen, müssen wir auch Gebetshäuser zulassen", sagte der Ausschussvorsitzende Joachim Pempel (PDS). Kreuzbergs CDU-Chef Kurt Wansner hatte zuvor Befürchtungen geäußert, dass neue Moscheen die Bevölkerungsstruktur im Kiez verschlechtern könnten und immer mehr Deutsche den Bezirk verlassen würden. Die demografische Entwicklung gehe eher in die gegensätzliche Richtung, hält Schulz dagegen. "Im Wrangelkiez, wo das Maschari Center gebaut werden soll, ziehen mehr ausländische Bewohner weg als zu."