Willkommen in Berlin: Zum zweiten Mal hat das Rote Rathaus gestern Hauptstadt-Neuankömmlinge aus dem Ausland zum "Newcomers Festival" eingeladen. Etwa 4000 sogenannte "Expatriates", die von multinationalen Unternehmen oder Regierungen nach Berlin und Umgebung entsandt wurden, wurden als Gäste erwartet. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen wollte mit dem Festival den Neubürgern die ersten Schritte in der ihnen noch unbekannten Stadt erleichtern. Internationale Schulen, Organisationen, Finanzdienstleister und Kirchen präsentierten ihre Angebote. Die Gäste konnten sich auch über mehrsprachige Ärzte oder Deutschkurse informieren.

Mehr als 50 000 "Expatriates" leben mit ihren Familien im Großraum Berlin. Sie machen etwa zehn Prozent aller Ausländer in der Region aus. Die größte Gruppe unter ihnen stellen die US-Amerikaner mit 11 675 Personen, gefolgt von den Franzosen (9248) und Briten (8977). Unter den Gästen war auch Gerian Terry aus Boston. Der 23jährige hat sich am Touro-College eingeschrieben - um in der Nähe der Berlinerin Elisabeth Haase zu sein - sie ist seine Verlobte. "Kennengelernt haben wir uns in Südafrika", sagt der Student, der auf dem Festival auf die Suche nach Praktikumsplätzen gehen wollte.

Familie Mack kam im August aus York im US-Staat Pennsylvania nach Berlin. Steve Mack wird neuer Pastor an der Berlin International Church in Wilmersdorf. Seine Tochter Alaina (12) findet ganz toll, "daß es hier so viele Busse und Straßenbahnen gibt. Bei uns gibt es so was nicht." Ihr Bruder Andrew (17) ist zwar etwas traurig, weil er so viele Freunde zurücklassen mußte - "aber das Essen hier ist besser. Döner mag ich ganz besonders!"

Carl Jasper Ruckert ist sieben Jahre alt und in Südafrika geboren. Sein Vater ist Deutscher und arbeitet im Auswärtigen Amt, seine Mutter kommt aus Dänemark. Was an Berlin toll ist? "Hier kann ich gut fahrradfahren!"