CDU-Landeschef Joachim Zeller bleibt auch im Monat März im Emnid-Politbarometer beliebtester Politiker Berlins. Wie die meisten Entscheidungsträger konnte auch der Bezirksbürgermeister von Mitte von der frühlingshaften Milde des Wahlvolkes profitieren und Punkte hinzugewinnen. Zwar kennen Zeller nach wie vor nur vier von zehn Berlinern, während fast jeder weiß, wer der zweitplatzierte Klaus Wowereit (SPD) ist. Dennoch zeigen die Daten, dass Zeller nicht zu Unrecht auf dem Spitzenplatz steht.

Denn der Regierende Bürgermeister polarisiert viel stärker als der bärtige Mann aus Mitte. CDU-Anhänger lehnen den Regierenden Bürgermeister mit minus 0,9 deutlich ab, auch bei FDP-Wählern kommt "Wowi" nicht allzu gut an. Dafür sind die Werte in der SPD mit 2,5 ausgezeichnet, auch beim Koalitionspartner PDS und in den Reihen der Grünen wird die Arbeit Wowereits sehr positiv bewertet.

Joachim Zeller, der in Mitte mit Hilfe der PDS und der Grünen die Macht eroberte, kommt hingegen in allen politischen Lagern fast gleich gut an. Sogar Sozialdemokraten geben dem Ossi Zeller eine plus 0,8, Sozialisten gar eine plus 1,3, Liberale eine 0,8. In den CDU-Reihen ist Zeller mit plus 1,6 jedoch weniger beliebt als Wowereit bei den Sozialdemokraten.

Gegen den allgemeinen Trend zu positiveren Werten hat Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) signifikant verloren. Der Sparkommissar ist im Monat der parlamentarischen Haushaltsdebatte mit minus 0,9 auf den vorletzten Platz abgerutscht. Nur in seiner SPD wird er mit plus 0,1 hauchdünn positiv bewertet.

Damit schneidet Sarrazin immer noch erheblich besser ab als der SPD-Landesvorsitzende Peter Strieder, der nun bei minus 1,7 rangiert. Sorgen muss sich der Bausenator, der im Juni wieder SPD-Landeschef werden möchte, vor allem über seine Sympathiewerte in den eigenen Reihen. Mit minus 0,8 finden die SPD-Wähler ihren Vorsitzenden genauso schlecht wie die inoffizielle Hassfigur der Genossen, den FDP-Fraktionschef Martin Lindner. Die Anhänger der PDS bewerten den Liberalen sogar deutlich weniger negativ als den Spitzenmann ihres Koalitionspartners.