Großbaustellen im Untergrund

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Markus Falkner

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) investieren im kommenden Jahr etwa 80 Millionen Euro in die Sanierung und Erneuerung von Strecken und Bahnhöfen der U-Bahn.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) investieren im kommenden Jahr etwa 80 Millionen Euro in die Sanierung und Erneuerung von Strecken und Bahnhöfen der U-Bahn. Tunnelsanierungen, Gleisbau, Bahnhofserneuerungen und die Modernisierung der Elektrotechnik stehen im Mittelpunkt der Planungen, wie Uwe Kutscher, verantwortlicher Abteilungsleiter bei der BVG, betont.

Den größten Anteil des Bauetats verschlingt mit 14 Millionen Euro die Sanierung der Hochbahnlinie U 1. Vom Sommer an müssen Fahrgäste zwischen Hallesches und Kottbusser Tor mit erheblichen Behinderungen rechnen. Für vier Monate, vom 30. Juni bis 30. Oktober, ist der viel befahrene Streckenabschnitt komplett gesperrt. Als Ersatz setzt die BVG dann Busse ein.

Für Kutscher und seine Kollegen ist die U 1 das Großprojekt des Jahres. Die Hochbahn bekommt eine komplette Runderneuerung. Die historischen Viadukte werden von Rost befreit und saniert, Lager und Kabelkanäle erneuert. Zudem bekommt die U 1 statt der alten Schwellen eine feste Fahrbahn und hochelastische Schienen, die den Lärmpegel deutlich dämpfen sollen. Weil die Strecke ohnehin gesperrt ist, legen die Bauplaner die Bahnsteigsanierung an der Station Prinzenstraße in den Sommer 2008.

Acht Millionen Euro für Aufzüge

Die Erneuerung von Bahnhöfen ist ein weiterer Schwerpunkt im kommenden Jahr. Komplett saniert werden die Stationen Rehberge, Kurt-Schumacher-Platz (beide U 6), Südstern (U 7), Breitenbachplatz (U 3), Gleisdreieck (U 1/U 2), Kurfürstendamm (U 1/U 9), Voltastraße (U 8), Kottbusser Tor U 1/U 8), Magdalenenstraße und Lichtenberg (beide U 5). Alle betroffenen Bahnhöfe werden auch mit Aufzügen ausgestattet. Zusätzlich erhalten die Bahnhöfe Frankfurter Tor und Frankfurter Allee die seit Langem geforderten Aufzüge. Bis 2010, so verspricht Uwe Kutscher, soll der größte Teil der Linie U 5 barrierefrei sein. Etwa acht Millionen Euro investiere die BVG allein 2008 in die behindertengerechte Ausstattung der Bahnhöfe.

Während die Arbeiten in den Stationen weitgehend bei laufendem Zugverkehr realisiert werden sollen, müssen sich die U-Bahn-Nutzer andernorts auf Sperrungen, Schienenersatzverkehr (SEV) oder Pendelverkehr einstellen.

Schon im Februar wird die U 1 an den Wochenenden erneut zwischen den Bahnhöfen Gleisdreieck und Nollendorfplatz gesperrt. Dort werden derzeit die benötigten Arbeitsplattformen demontiert. U-Bahn-Kunden können zur Umfahrung die U 2 benutzen. Nur der Bahnhof Kurfürstenstraße wird nicht angefahren.

Sperrungen auf der U 3, U 6, U 9, U 7

Komplett gesperrt wird im März die U 3 zwischen Breitenbachplatz und Fehrbelliner Platz. Gleise werden erneuert und die Tunnelkonstruktion saniert. Vom 27. April bis zum 26. Juni fährt die U 3 zwischen Spichernstraße und Fehrbelliner Platz wochentags nach 22 Uhr nur im Pendelverkehr.

Ebenfalls wegen Gleisbauarbeiten gibt es bereits von Januar an Behinderungen auf der U 6. Vom 13. Januar bis zum 7. Februar fahren die Züge zwischen den Stationen Seestraße und Leopoldplatz in den Abendstunden von Sonntag bis Donnerstag nur im Pendelverkehr. An den letzten drei April-Wochenenden wird die U 6 an den Wochenenden komplett zwischen den Bahnhöfen Rehberge und Kurt-Schumacher-Platz gesperrt.

Ebenfalls am Leopoldplatz wird an zwei Wochenenden im Juni die U 9 gesperrt.

Auch auf der Linie U7 müssen BVG-Kunden weiter mit Einschränkungen rechnen. Der Mitte Oktober 2007 begonnene Bahnsteigneubau am Südstern zieht sich noch bis Mitte Mai hin. Kutscher spricht von "erheblichen Tragfähigkeitsproblemen" mit der Bahnsteigplatte, die bereits beim ursprünglichen Bau der Station entstanden seien. Deshalb müsse der Bahnhof weiterhin halbseitig gesperrt bleiben.