Ansturm auf Berlins Universitäten

Wer morgen an einer Berliner Universität sein Studium antritt, kann sich glücklich schätzen.

Berlin - Wer morgen an einer Berliner Universität sein Studium antritt, kann sich glücklich schätzen. Denn der Ansturm der Bewerber auf Humboldt-Universität (HU), Technische Universität (TU) und Freie Universität (FU) war für dieses Wintersemester so groß wie nie.

An der Freien Universität gab es 31 000 Anwärter für 4200 Plätze. Nur rund jeder achte Bewerber hatte demnach eine Chance, im Vorjahr war es noch jeder siebte. Besonders groß war die Nachfrage in den Fächern Veterinärmedizin, Publizistik und Jura. Praktisch in allen Fächern gibt es angesichts der vielen Bewerber eine Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus).

Auch an der Humboldt-Universität war es nicht einfacher, einen der 3455 Plätze zu bekommen. Dort lagen rund 25 750 Bewerbungen vor. Hoch im Kurs stehen die Erziehungswissenschaften. Hier drängten 1068 Interessenten auf nur 40 Plätze im Bachelor-Studiengang. Bei den Kulturwissenschaften kamen 1206 Kandidaten auf 50 angebotene Plätze.

Einen etwas geringeren Überhang verzeichnete die Technische Universität. Hier kamen 13 500 Bewerber auf 3120 Plätze. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur 8000 Bewerber registriert. Sehr begehrt ist der erst im vergangenen Jahr neu eingeführte Bachelor-Studiengang Kultur und Technik.

Trotz der enormen Nachfrage mussten die Universitäten die Zahl der Studienplätze im Vergleich zum Vorjahr wegen der Sparzwänge sogar noch einmal senken. Das soll sich jedoch ändern. Berlin will den Studienplatzabbau umkehren. Mit dem Masterplan "Wissen schafft Berlins Zukunft" will Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) bis 2011 weitere 1000 Plätze für Studienanfänger pro Semester schaffen und so die Kapazität auf insgesamt 20 500 Plätze erhöhen. Dafür wurden im Berliner Haushalt von 2008 bis 2011 zusätzliche Mittel in Höhe von 35 Millionen Euro bereitgestellt. Mit weiteren 150 Millionen Euro soll außerdem die Forschung in Berlin intensiv gefördert werden.

In diesem Wintersemester liegt die Kapazität an den drei großen Unis und der Charité bei rund 11 200 Plätzen, an den Fachhochschulen bei knapp 5200.