Der Pfleger des Eisbären Knut, Thomas Dörflein, und Berlins früherer Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) werden heute mit dem Berliner Verdienstorden ausgezeichnet.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, wird den Orden am heutigen Jahrestag des Inkrafttretens der Berliner Verfassung um 16 Uhr im Großen Saal des Roten Rathauses an insgesamt elf Persönlichkeiten verleihen, die für ihre hervorragenden Verdienste um die Stadt Berlin gewürdigt werden sollen.

Um die Anerkennung der Verdienste Diepgens war zuvor ein politischer Streit in der Regierungskoalition von SPD und Linken entbrannt. Linke-Abgeordnete sprachen sich gegen die Auszeichnung Diepgens aus: In dessen Regierungszeit habe es einen riesigen Bankenskandal gegeben, weshalb die Stadt hoch verschuldet sei, betonten sie.

Außer Diepgen, der von 1991 bis 2001 an der Spitze des Senats stand, und Tierpfleger Dörflein, der aufopferungsvoll dafür sorgte, dass nach 33 Jahren erstmals wieder ein Eisbärjungtier im Berliner Zoo aufwächst, werden Christine Bergmann (SPD), 1990 Präsidentin der letzten Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung und von 1991 bis 1995 Bürgermeisterin und Arbeitssenatorin Berlins, und Polizeikommissarin Gina Graichen geehrt. Graichen leitet seit 1990 das Kommissariat, das für die Verfolgung von Straftaten im Zusammenhang mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen zuständig ist. Manfred Fischer, langjähriger Pfarrer der Versöhnungsgemeinde an der Bernauer Straße, die er zum zentralen Ort der Auseinandersetzung mit der Berliner Mauer machte, sowie Rolf Dieter Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Berlin werden weitere Ordensempfänger sein.

Verdienstorden sollen auch Volker Ludwig, Gründer des Grips-Theaters, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, und Schauspielerin Katharina Thalbach erhalten. Auch Britta Steffen, Europameisterin und Weltrekordlerin über 100 m Freistil, und der Forschungsmanager Günter Stock, unter anderem Mitglied im Kuratorium des Max-Delbrück-Zentrums für molekulare Medizin, gehören zu den Geehrten.