Eine 42-Jährige aus Lankwitz ist in den vergangenen Wochen mehrmals das Opfer von Säureattacken geworden. Am Freitagnachmittag bemerkte Verena L. gegen 16.30 Uhr am Eingang ihres Hauses im Rudolf-Beyendorff-Ring erneut eine ätzende Substanz, die vom Griff ihrer Haustür herunter gelaufen war und eine Bodenplatte beschädigt hatte. Gemeinsam mit einer Bekannten alarmierte die Frau die Polizei.
Bereits vor zwölf Tagen und zuletzt am Donnerstag hatte ein Unbekannter ihr Auto auf die gleiche Art beschädigt. Als sie in dieser Woche mit dem kontaminierten Türgriff in Kontakt kam, erlitt die Lankwitzerin Verätzungen an zwei Fingern.
"Kriminaltechniker untersuchten gestern die Flüssigkeit, bei der es sich um Flusssäure handelte", sagte ein Polizeisprecher. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.
Zu den Motiven der Säure-Attacken hielten sich die Ermittler als auch das Opfer bedeckt, möglich ist jedoch eine Beziehungstat.
Flusssäure ist in der Vergangenheit vor allen in Zusammenhang mit der Graffiti-Szene bekannt geworden. Dort nutzt man das starke Kontaktgift, um an Gegenständen sogenannte Tags zu hinterlassen.
Im Frühjahr vergangenen Jahres verletzte sich eine Polizistin in Reinickendorf, nachdem sie demolierte Papiercontainer anfasste, die sie fotografieren wollte.
Die Gefährlichkeit der Flusssäure wird dadurch erhöht, dass sie sofort von der Haut resorbiert wird. Dadurch sind Verätzungen tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen möglich, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt ist. Eine handtellergroße Verätzung kann sogar tödlich wirken.

