"Opa, ich bin im Maschinenraum", schallt es durch die Halle. Der märkische Schlepper "Kurt Heinz" - eines der zentralen Ausstellungsstücke der neuen Ausstellung "Lebenswelt Schiff" im Deutschen Technikmuseum Berlin - hat es nicht nur den kleinen Besuchern besonders angetan. Auf dem 102 Jahre alten Kahn werden Luken geöffnet, wird mit Eisentüren geklappert, vor Maschinen gefachsimpelt. Eine Etage höher ist das Licht geheimnisvoll gedämpft. Dort ziehen hölzerne Modelle alter preußischer Kanonenboote mit gesetzten Segeln, Sextanten und Navigationssysteme, Schiffsmodelle aus Bernstein und Elfenbein sowie die Schätze der 1822 gesunkenen chinesischen Dschunke Tek Sing die Besucher in ihren Bann.

Ob Weltumsegelung oder Entdeckungsreisen, Forschungs-, Handels-, Kriegs- oder Sportschiffe - die Faszination der Schifffahrt, gepaart mit ihren Mythen und Geschichten, ist seit Jahrtausenden ungebrochen. Beim Tag der offenen Tür zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung kamen die Berliner gestern in Scharen in den Neubau des Technikmuseums an der Trebbiner Straße und stellten mit ihrer Begeisterung klar, dass Berlin um einen Publikumsmagneten reicher geworden ist. Als sich nach dem offiziellen Festakt um 14 Uhr die Türen für alle Berliner öffneten, füllten Besucher aller Altersstufen schnell die drei Etagen der Ausstellung, die erstmals alle wesentlichen Gebiete der Schifffahrt unter einem Dach darstellt. Auf 6600 Quadratmetern mit 1500 Exponaten kann der Besucher nachempfinden, wie der Mensch versuchte, sich Seen, Flüsse und die Meere gefügig zu machen und damit die Welt veränderte. Ein Herzensanliegen des amtierenden Direktors des Museums, Prof. Dirk Böndel, der Technikbegeisterung nie allein auf das auszustellende Objekt lenken will. "Eine der wichtigsten Fragen ist immer auch, was durch eine technische Entwicklung in der Welt anders geworden ist", sagte Böndel in seiner Eröffnungsrede, "in ihren segensreichen wie zerstörerischen Auswirkungen."

Ob das gelingt, können Besucher jeweils Di. bis Fr. von 9 bis 17, Sbd./So. und feiertags von 10 bis 18 Uhr überprüfen. Das Museumspersonal versteht sich als Besucher-Betreuer und kann diesen auch mit Auskünften zur Seite stehen.