Eine große Gemeinde hat gestern den am 8. August im Alter von 74 Jahren verstorbenen früheren Berliner FDP-Politiker Hermann Oxfort zur letzten Ruhe geleitet. Für die Trauerfeier erwies sich die Kapelle des Spandauer Friedhofs "In den Kisseln" als viel zu klein. Bürgermeisterin und Justizsenatorin Karin Schubert, deren Amt Oxfort zweimal - nämlich 1975/76 und 1983/ 85 - innehatte, nannte ihren Vorgänger einen Mann der "über Jahrzehnte Maßstäbe gesetzt und das Gesicht Berlins mitgeprägt" habe. Der Senat habe Oxfort wenige Tage vor seinem Tod mit dem Ehrentitel "Stadtältester" auszeichnen wollen. Die Urkunde sei bereits unterzeichnet gewesen.
In den ersten Bankreihen hatten außer der Witwe Ruth, den vier Kindern und fünf Enkelkindern Oxforts auch Parlamentspräsident Walter Momper, FDP-Fraktionschef Martin Lindner sowie die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz und Eberhard Diepgen Platz genommen.
Ferner waren von der FDP die früheren Landesvorsitzenden Carola von Braun, Wolfgang Lüder und Walter Rasch sowie der Ex-Senator Horst Vetter anwesend. Auch Berufskollegen des Rechtsanwalts war erschienen, darunter Uwe Kärgel, Vorsitzender des Anwaltsvereins, Klaus-Dieter Kemna, der ehemalige Sozius von Oxfort, und Professor Klaus Finkelnburg.
Es predigten zwei ehemalige Klassenkameraden aus Oxforts Erfurter Jugendtagen: der evangelische Pastor Heinrich Schröter und der katholische Jesuitenpater Gerhard Poppe. Obwohl er keiner Kirche angehörte, war der liberale Jurist mit beiden immer freundschaftlich verbunden geblieben. Pater Poppe meinte denn auch: "Hermann gehörte zur großen Familie der Gotteskinder".
MM

