Onkel Konrads letzter Knüller

"Ich hoffte immer, Konrad Kujau würde vor seinem Tod doch noch sagen, wo die verschwundenen Millionen sind." Das passierte aber nicht. Nun will Gerd Heidemann - Ex-Reporter beim Magazin "Stern" und Käufer der von Kujau gefälschten Hitler-Tagebücher von 1983 - sich mit der in Berlin lebenden Nichte des berühmten Fälschers auf die Suche machen. 9,3 Millionen Mark waren die Tagebücher dem "Stern" damals wert.

Nach jetzt 20 Jahren, zum "Jubiläum" sozusagen, will es Nichte Petra Kujau genau wissen. Sie glaubt Heidemann, dass ihr Onkel Konrad das Geld erhalten und der Reporter nichts für sich abgezwackt hat. Dass er dafür damals vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis musste, seinen Job verlor, seine Frau ihn verließ und er noch immer Millionenschulden bei Verlag und Finanzamt hat - das alles kann Petra Kujau nicht ändern. Aber in detektivischer Kleinarbeit will sie den Hinweisen ihres Onkels vor seinem Tod nachgehen: "Denn er hat gesagt, ich solle unbedingt alle seine Unterlagen aufheben, er habe da noch einen Knüller auf der Pfanne." Vielleicht ein Schweizer Nummernkonto? Oder die "Schatzkarte", von der Konrad öfter mal in Weinlaune sprach? Petra Kujau jedenfalls hat noch alles vom Onkel parat. Auch die kleine Hamburger Wohnung des nun 71-jährigen Heidemann ist ein einziges Archiv zur damaligen Stern-Affäre. Jedes Telefonat, jedes Gespräch wurde auf insgesamt 350 Kassetten aufgezeichnet und verwahrt.

Notfalls zusammen mit dem Finanzamt will Nichte Petra nun auf die Spur der verschwundenen Millionen kommen. Und sie will ein Buch schreiben über den Onkel und ihre Spurensuche. Denn: Das machen doch heute alle, ob Fußballer oder Medienstars.

zy