Das aktuelle Projekt "Create Berlin in London" soll im kommenden September während der London Fashion Week und verschiedenen Design-Festivals realisiert werden. Einer der Bausteine des Events wird eine Ausstellung sein, deren Teilnehmer in den vergangenen Tagen vom Create-Berlin-Kuratorium und -Vorstand ausgewählt wurden.

Vorgegebenes Thema mit Blick auf das Jahr 2009 und den sich dann jährenden Mauerfall: "20 Jahre Kreativmetropole Berlin." "Uns interessiert, was aus Freiräumen entsteht, die auf einen Schlag entstehen", sagte Diana Kaufmann, Geschäftsführerin von Create Berlin. Es gehe um einen Rückblick, aber gleichzeitig auch um Visionen.

Voraussetzung für die Teilnahme war, dass Teams gebildet werden, die quer durch die Disziplinen Neues schaffen. "Wir haben etwas mehr als 70 Einsendungen erhalten", sagte Martina Zeyen, die in London das Ausstellungsdesign übernehmen wird. "Das Tolle ist, dass bei diesem Kreativaufruf quasi jeder mitmachen konnte", so Diana Kaufmann. Ganz junge Modelabels hätten sich genauso beteiligt wie etabliertere Produktdesigner und Media-Agenturen und Fotografen; alle hätten querbeet miteinander kooperiert. "Es ist die Mischung, die das Besondere ausmacht."

Flyer in Portemonnaies

Die Herangehensweise an das vorgegebene Thema war in der Tat sehr unterschiedlich und bedurfte nicht selten einiger Erklärungen. Diskutiert wurde viel unter den Kuratoren, zu denen auch Professor François Burkhardt, Designtheoretiker und ehemaliger Leiter des Centre Georges Pompidou in Paris, gehörte. Berliner Stromkästen, die zu unterschiedlich einsetzbaren Möbelstücken werden. Portemonnaies, die in London verstreut werden sollen, damit die Finder neugierig werden und im Inneren zum Beispiel auf Flyer für die Ausstellung stoßen. Ein Fernrohr mit einer "eingebauten" 180-Grad-Aufnahme von Berlin, das es ermöglicht, auf Zeitreise zu gehen und zum Beispiel die Mauer einzureißen.

Oder aber auch ein begehbares Spiegelobjekt, das im Vorfeld der Ausstellung immer wieder am Verlauf der Mauer aufgestellt werden soll, um viele verschiedene Blickwinkel zu reflektieren. Spiegelbilder, die dabei entstehen, sollen dann in London auf das Objekt projiziert werden. Dazu kommt eine passende Ton-Untermalung.

Das Projekt von "Coordination" und "Die Photodesigner" konnte das kritische Auswahlkomitee überzeugen und gehört zu den rund 20, die schlussendlich von den Organisatoren ausgewählt wurden. Ebenfalls dabei die Idee vom Modelabel Lala Berlin aus Mitte und den Produkt- und Einrichtungsdesignern von llot llov: Ein Objekt, das aus vielen verschiedenen gesammelten alten Lampenschirmen besteht, wird "umstrickt" und wächst so zu einer Lampenskulptur zusammen. Wie der Entwurf tatsächlich aussehen wird, wird sich in nächster Zeit dann zeigen.

Eröffnet werden soll die Ausstellung am 18. September durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der schon im Mai 2007 beim "Berlin Day" in New York dabei war. "Ort der Ausstellung wird eine Galerie in der Nähe der Brick Lane sein, das ist so ein bisschen die Kastanienallee von London", sagte Martina Zeyen. Die rund 20 auserwählten Designobjekte sollen auf 220 Quadratmetern zugänglich gemacht werden.

Regelmäßig stattfindende Vortrags- und Gesprächsrunden zu Designthemen sollen das Programm abrunden. "Zu der Zeit wird auf demselben Gelände mit der ,Tent London' eine wichtige Designmesse stattfinden, die im vergangenen Jahr rund 18 000 Menschen besucht haben", so Zeyen. Gerade die Pressevertreter, Hersteller und Trend-Scouts wolle man für Design aus Berlin interessieren. Schließlich gehe es bei dem Projekt nicht um bloße Kunst, sondern um das Knüpfen von Beziehungen.

Business-Dinner und Modenschauen

Man arbeite daran, fertige Produkte in der berühmten Tate Gallery of Modern Art zu platzieren, so wie man es beim New Yorker Event schon im MoMA-Shop geschafft habe. Zusätzlich zur Präsentation der verschiedenen Beiträge ist ein Business-Dinner mit Gästen aus Londoner und der Berliner Wirtschaft, Politik und Kultur geplant. Weiterer Höhepunkt: "Die Berliner Label Kaviar Gauche und Penkov werden ihre Kreationen zeigen."