Motorräder haben sich im zurückliegenden Jahr zu einem sehr gefragten Gut entwickelt. Kurz vor Jahresschluss zählt das Kraftfahrtbundesamt fast zehn Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahr. Das ist vor allem den Marken BMW, KTM und Yamaha zu verdanken: Die Mehrzulassungen gehen überwiegend auf ihr Konto.

Alles richtig gemacht hat 2014 der japanische Hersteller Yamaha. Der seit Jahren überfällige Umbruch in der Modellpolitik hat gegriffen, denn mit der zweizylindrigen MT-07 für gerade einmal 6000 Euro und der ebenfalls sehr preiswerten dreizylindrigen MT-09 brachte man zwei Modelle, die sich von den jahrelang arg darbenden Händlern leicht verkaufen ließen. Ebenso leicht, wie diese beiden Modelle ihr Publikum fanden, lassen sie sich fahren – was natürlich ein wichtiger Grund dafür war, dass sich so viele Käufer für diese Yamaha-Modelle entschieden. Da Yamaha zuvor wegen jahrelangen Siechtums praktisch am Boden lag, stellte sich ein Wachstum von fast unglaublichen 80 Prozent ein, was die Marke binnen Jahresfrist von einer Verliererposition wieder in den Kreis der BMW-Verfolger katapultierte.

In diesem illustren Club – hier befinden sich seit Jahren schon Honda, Harley-Davidson und Kawasaki – ist 2014 auch KTM angekommen. Die Oberösterreicher konnten sich mit ihren im Lauf der letzten Jahre zunehmend weniger spitz konfigurierten, aber dennoch keineswegs langweiligen Modellen eine stets größer werdende Scheibe vom Marktgeschehen abschneiden.

Die 2015 sehr stark spürbare Emotionalisierung des Motorrad-Marketings hat man in Mattighofen schon früh als erfolgversprechend erkannt. Der Lohn ist ein Zulassungswachstum von rund 30 Prozent und der damit verbundene Vorstoß unter die Topmarken des deutschen Marktes. Das Power-Nakedbike 1290 Super Duke R – es kostet immerhin stolze 16.000 Euro – wie auch die kaum billigere Reiseenduro 1190 Adventure haben es geschafft, dass man sie in ihren Segmenten guten Gewissens in einem Atemzug mit den entsprechenden BMW-Modellen nennen darf, auch wenn es stückzahlmäßig noch einen deutlichen Respektabstand gibt.

Womit wir bei BMW sind. Deren Wachstum ist zwar leicht unterdurchschnittlich im Verhältnis zum Marktwachstum ausgefallen, doch angesichts des sehr hohen Marktanteils von über 20 Prozent führten sieben Prozent Plus dennoch zu einem beträchtlichen Stückzahlwachstum. Und weil BMW in seiner Modellpolitik zuletzt fast alles richtig gemacht hat, gelang es dem inzwischen wieder einzigen deutschen Motorradhersteller – Horex ist seit Ende November endgültig insolvent –, seine Vorjahres-Rekordzahlen erneut zu übertreffen. Nimmermüdes Zugpferd im Programm ist die 2013 auf den Markt gekommene Reiseenduro R 1200 GS, von der bis zum Jahresende über 8000 Stück neu zugelassen waren. Doch auch die für 2014 lancierte R nineT, der Touren-Boxer R 1200 RT und das Power-Nakedbike S 1000 R haben sich im Vorderfeld der Zulassungshitparade platzieren können.