Abstimmung

US-Wahlzettel: Von Kondom-Pflicht bis Marihuana-Freigabe

Es geht am 8. November nicht nur um den neuen US-Präsidenten und den US-Kongress. Auch kuriose Sachfragen stehen auf dem Wahlzettel.

In zahlreichen US-Bundesstaaten steht der Umgang mit Marihuana zur Abstimmung. Eines von vielen Sachthemen bei dieser Wahl.

In zahlreichen US-Bundesstaaten steht der Umgang mit Marihuana zur Abstimmung. Eines von vielen Sachthemen bei dieser Wahl.

Foto: dpa Picture-Alliance / McPHOTO / picture alliance / blickwinkel/M

Washington.  Wenn der Souverän schon einmal sein Kreuzchen machen darf, dann aber bitte richtig. Neben den zentralen Ereignissen – Weißes Haus, Kongress – sorgen am 8. November in Dutzenden Bundesstaaten teils kuriose Sachfragen für Selbstgesprächsstoff an den Wahlurnen.

Das Spektrum reicht vom Recht auf Angeln bis zur Kondompflicht für Sexarbeiter auf der Leinwand. Knapp 160 Referenden sind abzuarbeiten. Einige könnten Geschichte schreiben. Stichwort: Marihuana. Spötter meinen trotzdem: Hier wird „democracy“ allmählich „democrazy“. Eine kleine Auswahl:

Sklaverei: Colorado ist ein Unikum. Der Bundesstaat in den Rocky Mountains ist der einzige, in dem die Sklaverei noch gesetzlich erlaubt ist; allerdings können nur Straffällige dazu herangezogen werden. Das Referendum dort – Motto: „Keine Sklaverei! Keine Ausnahmen! – soll den Anachronismus aus den Gesetzbüchern tilgen.

Alkohol: In Oklahoma gibt es Wein und Schnaps nur in eigens lizensierten Läden. Die Volksabstimmung dort soll die flüssigen Genussmittel auch in normalen Supermärkten verfügbar machen.

Kondome: In Burbank, einem Städtchen nahe Los Angeles, das sich zum Mekka der Schmuddelfilm-Industrie gemausert hat, schaut eine ganze Berufsgruppe besonders genau auf die Wahl. Pornodarsteller sollen in Kalifornien dazu verpflichtet werden, Gummischutz bei der Arbeit zu tragen.

Marihuana: Viel Rauch erzeugt das Thema Marihuana. In den vier Bundesstaaten Arkansas, Florida, Montana und North Dakota soll der Gebrauch der Droge zu medizinischen Zwecken erlaubt oder ausgeweitet werden. In Arizona, Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada steht die Legalisierung für den Freizeitgenuss auf dem Wahlzettel. Vor allem ein Ja im bevölkerungsreichsten Gliedstaat Kalifornien würde das auf Bundesebene unabhängig geltende Verbot sturmreif schießen.

Bisher ist Kiffen und die dazu nötige Kultivierung von einschlägigen Hanf-Pflanzen bereits in Colorado, Washington State, Alaska, Oregon und Washington D.C. unter strengen Auflagen gestattet.

Todesstrafe: In Kalifornien können die Bürger die seit 1978 existierende Todesstrafe abschaffen, im ländlichen Nebraska steht dagegen die Wiedereinführung nach nur einem Jahr an.

Jagen und Fischen: In Indiana und Kansas haben die naturverbundenen Menschen ganz andere Sorgen. Dort soll die Abstimmung über ein neu zu schaffendes Recht auf Jagen und Fischen möglichst viele Wähler ködern.