US-Wahl

Miss Piggy und Kermit demonstrieren gegen Romney

Der Republikaner Mitt Romney will die Mittel für den öffentlichen Rundfunk streichen. Dagegen gingen eine Million Puppen auf die Straße

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Seine Ankündigung, nach einem Wahlsieg dem öffentlichen Rundfunk den Geldhahn zuzudrehen, haben Hunderte dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney am Sonnabend mit einem bunten Protestzug durch Washington erneut vorgehalten. Mit ihrem Protest unter dem Motto „Marsch der eine Million Puppen“ erinnerten sie daran, dass auch die bei Kindern beliebte Puppen-Serie „Sesamstraße“ Romneys Vorhaben zum Opfer fiele.

Mit von der Partie waren unter anderem Kermit der Frosch, Miss Piggy und Big Bird, der in Deutschland als Bibo bekannte gelbe Riesenvogel. Ein Demonstrant mit Romney-Maske machte deutlich, gegen wen sich der Marsch zum Kongress richtete. „Ich mag Big Bird“, hatte der Republikaner vor einem Monat bei einem TV-Duell mit Präsident Barack Obama beteuert. Trotzdem sollten PBS, der die „Sesamstraße“ ausstrahlt, und andere öffentlich-rechtliche Sender keine staatlichen Gelder mehr bekommen.

Der Staat finanziert 15 Prozent des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

„Es geht nicht nur um die "Sesamstraße"“, sagte Michael Bellavia, der den Protestumzug mitorganisierte, der Nachrichtenagentur AFP. „Wir wollen das ganze Ökosystem der öffentlich-rechtlichen Medien unterstützen – alles beim Fernsehen über Radio bis hin zu allen Internet-Medien, die produziert werden.“ In den USA kommen derzeit 15 Prozent des gesamten Haushalts des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von der Regierung in Washington, den Rest steuern Stiftungen und Einzelpersonen bei.

Die Corporation for Public Broadcasting, die die staatlichen Mittel an die Sender verteilt, beteiligte sich nicht an der Demonstration, begrüßte aber in einer Mitteilung an AFP die jüngsten Unterstützungsaktionen „für den Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.