Finanzminister

Schäuble plant Zuschuss für Geringverdiener-Betriebsrenten

Zu wenig Geld, um privat fürs Alter vorzusorgen? Finanzminister Schäuble denkt offenbar an einen neuen Zuschuss für Geringverdiener.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei einem Pressetermin in der vergangenen Woche.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei einem Pressetermin in der vergangenen Woche.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin.  Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen staatlichen Zuschuss für die Betriebsrenten von Geringverdienern einführen. „Wir wollen Menschen mit sehr niedrigen Einkommen ein Zusatzangebot für die Altersvorsorge machen“, sagte Finanz-Staatssekretär Michael Meister (CDU) der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Für sie solle es neben der Riester-Rente einen weiteren staatlichen Zuschuss geben.

Ziel sei es, dass Geringverdiener jährlich 400 bis 450 Euro für die Betriebsrente ansparen, ohne dass dadurch ihr Nettoeinkommen reduziert wird, erklärte Meister. Das sei ein wesentlicher Beitrag gegen Altersarmut. Über die Einkommensgrenze, bis zu der der Zuschuss gezahlt werden soll, werde in der Koalition derzeit noch verhandelt.

Neues Rentenpaket kommt

Ein Gutachten im Auftrag des Finanzministeriums hatte eine Grenze bei einem Monatseinkommen von brutto 1500 Euro oder 18.000 Euro im Jahr vorgeschlagen. Der Zuschuss soll nach dem Vorschlag des Gutachters mit 154 Euro pro Jahr ebenso hoch wie die Riester-Zulage sein. Er könnte Teil eines Rentenpakets sein, das Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) im Herbst vorstellen will.

Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering sprach sich unterdessen gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters aus. “67 ist ausreichend“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe). Gleichzeitig forderte er aber mehr Flexibilität im Rentensystem. „Wir müssen zu flexibleren Übergängen kommen: Wer kann und will, soll länger arbeiten und dafür dann auch eine höhere Rente bekommen“, erklärte er. Das Rentensystem sei bis 2030 „wetterfest“. (epd)