Nach Rücktritten

Pegida vor der Spaltung - Oertel will neues Bündnis gründen

Foto: Jens Meyer / AP

Die Ex-Mitglieder des Pegida-Organisationsteams planen die Gründung eines neuen Bündnisses. Die Asylpolitik soll in den Hintergrund rücken, stattdessen soll es stärker um die innere Sicherheit gehen.

Nach heftigen internen Zerwürfnissen und dem Rückzug der halben Führungsriege steht das islamkritische Pegida-Bündnis vor der Spaltung. Ehemalige Mitglieder des Organisationsteams um die bisherige Sprecherin Kathrin Oertel planen offenbar die Gründung eines neuen Bündnisses.

„Wir positionieren uns gerade neu“, sagte Bernd-Volker Lincke am Donnerstag. Derzeit arbeite er gemeinsam mit Oertel an der Ausrichtung und Inhalten. Asylpolitik soll demnach in den Hintergrund rücken, stattdessen soll es künftig stärker um Themen wie innere Sicherheit und direkte Demokratie gehen.

Die „Sächsische Zeitung“ berichtet, dass als Name für ein neues Bündnis die Bezeichnung „Bewegung für direkte Demokratie in Europa“ im Gespräch sei. Laut Lincke sollen die neuen Positionen noch vor dem 9. Februar vorgestellt werden – für den Tag hat das Pegida-Bündnis auf seiner Facebook-Seite wieder eine Kundgebung in Dresden angekündigt, nachdem die Kundgebung für den kommenden Montag abgesagt wurde.

Sprecherin Oertel hatte am Mittwoch nur eine Woche nach dem Rücktritt des Pegida-Mitbegründers Lutz Bachmann ihr Amt niedergelegt. Mit ihr zogen sich weitere Mitglieder aus dem Orgateam zurück – darunter auch Lincke.

Gabriel sieht Pegida-Streit als „Erlösung für Dresden“

SPD-Chef Sigmar Gabriel rechnet mit dem beginnenden Niedergang von Pegida. Aus seiner Sicht sei „wahrscheinlich der öffentliche Zenit dieser Demonstrationen überschritten“, sagte Gabriel am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Was nun?“. Die Pegida-Organisatoren zerlegten sich selbst, „was ja vielleicht auch eine Erlösung für Dresden ist“.

Zugleich warnte Gabriel davor, angesichts der Auflösungstendenzen in der Pegida-Führung nun zu glauben, alles sei in Ordnung. „Wir müssen über die Themen, die Menschen sorgen machen, sorgfältig sprechen“, betonte der SPD-Chef.

( dpa/bee )

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