Ruhestand

Diese vertrauten Politiker verlassen den Bundestag

Viele prominente Abgeordnete verlassen nach der Bundestagswahl im September das Parlament. Manche, wie die CDU-Politikerin Rita Pawelski, gehen mit schwerem Herzen – andere feiern den Abschied.

Es war bewegend, als die niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Rita Pawelski, 64, nach elf Jahren Parlamentszugehörigkeit ihre letzte Bundestagsrede unter Tränen und mit den Worten schloss: „Ich gehe freiwillig. Ich gehe aber trotzdem schweren Herzens. Ich bitte alle um Entschuldigung, denen ich irgendwann zu nahe getreten bin. Und danke allen, die mir geholfen haben.“ Da klatschen sie auch bei der Opposition Beifall für „Lovely Rita“. Sie war nicht noch einmal angetreten, weil sie endlich mehr Zeit für ihren Mann und die neue Wahlheimat Berlin haben wollte. Doch wenige Tage vor diesem Auftritt hatte sie der zwölf Jahre jüngere Michael Rauscher, ihr Mann, für eine ebenfalls Jüngere verlassen.

Viele bekannte Parlamentarier kandidieren bei der Bundestagswahl am 22.September nicht noch einmal. Entweder aus freien Stücken wie die Vorsitzende der Frauen in der Unionsfraktion – oder weil sie sich in ihren Kreisverbänden kein weiteres Mal durchsetzen konnten. In der SPD geht neben Franz Müntefering (73, „Ich glaube, ich komme da gut raus“) auch der Außenexperte und frühere Hamburger Bürgermeister Hans-Ulrich Klose, 76, in Rente.

Generationenwechsel bei der FDP

Bei der FDP markiert außer Hermann-Otto Solms, 72, der langjährige Parteivorsitzende Wolfgang Gerhardt, 69, als Ruheständler in spe den Generationenwechsel. Doch auch die deutlich jüngere Verteidigungsexpertin Elke Hoff, 56, zieht einen Schlussstrich. Sie will sich verändern, vielleicht sogar noch mal an die Universität zurück und studieren. „Es war eine tolle Zeit mit Ihnen. Es war eine tolle Zeit mit den Soldaten. Ich melde mich ab“ – das waren ihre knappen Abschiedsworte am Rednerpult.

Als sich CSU-Urgestein Michael Glos, 68, nach einem halben Leben im Bundestag mit einem großen Fest von der Politik verabschiedete, gab sich selbst Altkanzler Helmut Kohl, CDU, die Ehre. Glos ging im Gegensatz zu Norbert Geis (74, CSU) aus freien Stücken. Bei den Grünen gehört Berlins Ex-Justizsenator und Innenexperte Wolfgang Wieland, 65, zu den prominentesten Aussteigern. Auch seine Kollegin Kerstin Müller, 49, wird nicht wieder im Bundestag vertreten sein: Die frühere Grünen-Fraktionschefin will im Ausland neu anfangen – als Leiterin des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv.