Sicherheit

Taxi-Unternehmer fordern ständige Kamera-Überwachung

Foto: Paul Zinken / dpa

Bussen und Bahnen ist die Überwachung mit Kameras längst Praxis. In Bremen wurden Überfallschutzkameras in Taxis getestet - laut Verband erfoglich. Doch Datenschützer der Länder haben weiter Bedenken.

Der Taxiunternehmer-Verband BZP fordert trotz der generellen Zweifel von Datenschützern permamente Kamera-Aufzeichnungen in seinen Fahrzeugen. „Durchschnittlich wird von jedem zehnten Taxi im Jahr ein gewalttätiger Übergriff gemeldet, daher sind die Bedenken der Datenschützer für uns nicht nachvollziehbar“, erklärte BZP-Präsident Michael Müller am Dienstag in Berlin. Er verwies auf die Regelung in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen und Bahnen, in denen eine automatische Kameraüberwachung erlaubt sei.

Die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern hatten im Februar erneut ihre Position bekräftigt, derzufolge weniger einschneidende Lösungen wie die Aufnahme einzelner Standbilder der Fahrgäste beim Einsteigen oder eine manuelle Aktivierung durch den Taxi-Fahrer bei Bedrohung ausreichten. Eine automatische Daueraufzeichnung sei „weder erforderlich noch verhältnismäßig“, urteilten sie.

Überfallschutzkameras in Bremen getestet

Dem Taxiverband geht dies nach eigenen Angaben nicht weit genug. Überfälle könnte so schnell erfolgen, dass der Fahrer nicht mehr reagieren könne, erklärte Müller. Deshalb plädiere der BZP für eine permanente Aufzeichnung von Standbildern aus dem Innenraum im Abstand von jeweils 15 Sekunden. Diese sollten maximal 48 Stunden gespeichert werden und nur durch „Befugte“ nach einer polizeilichen Anzeige wegen einer Straftat ausgewertet werden dürfen.

Während eines zweijährigen Pilotprojekts in Bremen mit der sogenannten Überfallschutzkamera sei die Zahl gewalttätiger Angriffe auf Fahrer drastisch gesunken, sagte Müller. Bei dem System werden kontinuierlich Einzelbilder aus dem Wageninneren gespeichert, jedoch nicht live übertragen. Eine Mehrheit der Landesdatenschutzbeauftragten störte sich an der Bilderfolge des Systems.

( AFP/dpa/ap )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos