Zwei Wochen nach dem Entzug des Doktortitels hat die zurückgetretene Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) Klage gegen die Universität Düsseldorf eingereicht. Die Klageschrift der Anwälte sei am Mittwoch beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingegangen, bestätigte ein Gerichtssprecher.

Die 57-jährige Politikerin hat eine Täuschungsabsicht in ihrer 1980 im Fach Erziehungswissenschaften eingereichten Dissertation stets bestritten. Ihre Anwälte halten das Plagiatsverfahren der Hochschule für fehlerhaft und das Urteil der Uni für unverhältnismäßig.

Schavan darf Titel weiter führen

Während des laufenden Verfahrens darf Schavan ihren Doktortitel nach Angaben des Gerichtssprechers weiter führen. Das Verfahren ist bei der Kammer für Hochschulrecht und akademische Grade anhängig (Az: 15 K 2271/13).

Im Durchschnitt werden Klageverfahren am Verwaltungsgericht Düsseldorf in knapp elf Monaten mit Urteil erledigt, wie aus einer Statistik hervorgeht. Schavans Klage wird nun zunächst der Universität als Gegenseite zugestellt.

Scheitert Schavan mit ihrer Klage, könnte sie in Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster und als letzter Instanz beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gehen.

Schavan ist nicht die erste prominente Politikerin, die gegen den Entzug ihres Doktortitels klagt. Die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin klagt ihren wegen Plagiaten entzogenen Titel derzeit am Verwaltungsgericht Karlsruhe ein.

Die frühere FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos scheiterte im Dezember 2012 mit ihrer Klage am Verwaltungsgericht Köln. Sie kündigte Berufung an.

dpa/mim