Ex-Bundespräsident

Christian Wulff zieht sich ins Kloster zurück

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Die monatelange Kritik an seiner Person sowie die Debatten um Ehrensold und Dienstwagen haben Christian Wulff offenbar stärker zugesetzt. Er soll sich in einem Kloster erholen. Währenddessen stellt nun auch die Union Dienstwagen und Büro auf Lebenszeit zur Debatte.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat sich der „Bild am Sonntag“ zufolge vorübergehend in ein Kloster zurückgezogen. Seinen Aufenthalt in dem Ordenshaus habe der gläubige Katholik für den Großen Zapfenstreich am Donnerstag unterbrochen.

Wulff war im Februar zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme gegen ihn aufgenommen hatte. Er hatte zuvor wochenlang wegen eines umstrittenen Privatkredits und Gratis-Urlauben mit reichen Freunden unter Druck gestanden.

Die monatelange Kritik wegen Krediten, Urlaub und Ehrensold haben Wulff offenbar stärker zugesetzt als bekannt. Wie die „Bild am Sonntag“ weiter schreibt, nutzt Wulff die Zeit im Ordenshaus für einen ausgedehnten Gesundheitscheck. Dass Wulff gesundheitliche Probleme hat, habe sich am 23. Februar gezeigt: Wulff wurde wegen einer akuten Nieren-Kolik ins Bundeswehrkrankenhaus Berlin-Mitte eingeliefert. Nach einer Nacht unter ärztlicher Beobachtung konnte Wulff die Klinik verlassen.

Während sich Wulff zurückgezogen hat, lief die Debatte um Amtsausstattung für Wulff als Ex-Bundespräsidenten heiß. Die Opposition will Wulff kein Büro samt Sekretärin und Fahrer zugestehen. Er habe dem höchsten Amt im Staat schweren Schaden zugefügt, sagt der SPD-Chefhaushälter Carsten Schneider. „Eine Gleichbehandlung mit seinen Amtsvorgängern halte ich nicht für akzeptabel.“ Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier den zurückgetretenen Bundespräsidenten aufgefordert, freiwillig auf Dienstwagen und Büro.

Und auch im Regierungslager steht die volle Amtsausstattung zur Debatte. Die Union im Bundestag will Wulff ein Büro auf Staatskosten nur befristet zugestehen. „Die Amtsausstattung sollte dann enden, wenn Wulff wieder eine entgeltliche Tätigkeit aufnimmt“, sagte der für den Etat des Bundespräsidialamts zuständige Haushaltspolitiker Herbert Frankenhauser (CSU) dem „Spiegel“. Diese Einschränkung solle aber für alle künftigen Präsidenten gleichermaßen gelten.

( dpa/dapd/ap )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos