Schloss Bellevue

Sternsinger werben bei Wulff für Meinungsfreiheit

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Foto: dpa / dpa/DPA

Bei ihrem Empfang im Schloss Bellevue führen die Sternensinger am Freitag ein Schauspiel auf. Passend zur aktuellen Debatte über Rede- und Meinungsfreiheit.

Ausgerechnet ein kurzes Schauspiel zum Thema Meinungs- und Redefreiheit haben Sternsinger aus Gelsenkirchen für ihren Besuch beim Bundespräsidenten Christian Wuff in Berlin vorbereitet.

Der Weg vom Essener Hauptbahnhof wird drei Sternsingergruppen aus dem Bistum Essen mitten ins politische Berlin führen, wo sie Christian Wulff am Freitag im Schloss Bellevue empfängt.

Mit einem Video hatten sich Mädchen und Jungen aus Duisburg-Neumühl, Gelsenkirchen-Rotthausen und Neuenrade im Märkischen Kreis für den Empfang in Berlin beworben. Die Gruppe aus Gelsenkirchen setzte in ihrer Bewerbung auf das Thema Meinungs- und Redefreiheit für Kinder. Das kleine Schauspiel haben sie selbst geschrieben und wollen es nach Angaben der Pfarrgemeinde auch im Schloss Bellevue vorstellen.

Auch die anderen Gruppen entwickelten ein kleines Programm rund um das Leitthema „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“. Mit im Gepäck haben sie außerdem traditionelle Lieder wie „Stern über Bethlehem“, „Gloria, es ist Sternsingerzeit“ und – als Gruß aus dem Ruhrgebiet - „Kultur auf der Ruhr“.

Die etwa 50 Kinder zwischen 10 und 16 Jahren haben sich vorbereitet auf ihre zweitägige Reise in die Hauptstadt: „Für uns spielt die politische Diskussion um den Bundespräsidenten kaum eine Rolle“, sagt allerdings Ingrid Brosch, Gemeindereferentin von St. Maria Himmelfahrt in Gelsenkirchen. Sie wird die Kinder als Betreuerin begleiten. „Die Kinder blicken zum Bundespräsidenten auf, doch dieses Bild hat natürlich gelitten. Aber jeder Mensch wird doch manchmal in ein anderes Licht gerückt“, sagt die Gemeindereferentin.

Andreas Strüder, Diözesanseelsorger beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Essen, hofft, dass das Hauptanliegen der Sternsinger nicht in der politischen Debatte untergeht. „Die Kinder wollen den Segen Gottes verkünden“, sagt er.

Sie hätten zwar Erfahrung darin, wie es ist, wenn niemand die Türe öffnet – aber „wir hoffen, dass sie am Freitag im Schloss Bellevue nicht auf ein leeres Haus treffen“, so Strüder. „Natürlich wird ein großer Medienandrang sein, aber der ist bisher jedes Jahr bei der Sternsingeraktion gewesen.“

In den kommenden Tagen werden bundesweit rund 500.000 Sternsinger von Tür zur Tür ziehen. Vergangenes Jahr sammelten sie knapp 42 Millionen Euro. Das Stern- oder Dreikönigssingen zählt zu den ältesten katholischen Bräuchen.

In den Tagen nach Weihnachten bis zum Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen Mädchen und Jungen als Könige und Sternträger verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Geld für soziale Projekte. In diesem Jahr ist Nicaragua das Schwerpunktland. Die Dreikönigssinger klingeln an Türen und verkünden singend Christi Geburt.

( dpa/jm )

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