Pessimistischer Ausblick 2012

Rot-Grün wird sich hoffnungslos zerfleischen

Finden SPD und Grüne nächstes Jahr im Bund zusammen? Daniel Friedrich Sturm sagt in seinem Szenario voraus: Sogar Rheinland-Pfalz wird stürzen.

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Dass die Grünen im Mai bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nur auf 13,2 Prozent kommen, stürzt nicht nur sie selbst in tiefe Depressionen, sondern kühlt auch das Verhältnis zwischen ihnen und der SPD ab.

Die Sozialdemokraten sind nicht bereit, sich mit Duldung des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) bei hauchdünner Mehrheit auf die Grünen einzulassen, sondern gehen an der Kieler Förde schnurstracks eine Koalition mit den Christdemokraten ein.

"Ein Kanzlerkandidat Steinbrück würde die SPD zerstören"

Das empört die Grünen ebenso wie die letzten verbliebenen Vertreter des linken Flügels in der SPD. Da Peer Steinbrück das rot-schwarze Bündnis im hohen Norden lobt, fordert Hilde Mattheis – so heißt die Sprecherin der SPD-Linken – eine definitive Absage an eine große Koalition nach der nächsten Bundestagswahl.

„Ein Kanzlerkandidat Steinbrück würde die SPD zerstören“, sagt Mattheis der „Jungen Welt“. Die Anhänger Steinbrücks widersprechen. „Natürlich kann Frau Merkel Ministerin unter einem sozialdemokratischen Kanzler werden“, sagt SPD-Vize Klaus Wowereit. Altbundeskanzler Gerhard Schröder spricht sich nun auch öffentlich für dessen Nominierung zum Kandidaten aus.

Andrea Ypsilanti lässt sich derweil zur Bundestagskandidatin in Frankfurt am Main aufstellen.

Dachdecker-Affäre in Großburgwedel

Die Grünen verlangen angesichts neuer Rücktrittsforderungen an Bundespräsident Christian Wulff wegen einer Dachdecker-Affäre in Großburgwedel, beim nächsten Mal müsse eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt werden.

Sogleich wird öffentlich über eine Bundespräsidentin Renate Künast spekuliert, die in der Grünen-Fraktion nicht mehr so recht benötigt wird. Daraufhin sacken jedoch die Umfragewerte der Grünen stark ab. Überdies sperrt sich die SPD gegen Künast und bringt den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck als Bundespräsidenten ins Spiel.

„Kurt Beck ist ein Kandidat, der für einen breiten politischen Konsens steht. Er ist politisch erfahren und würde das Land gut repräsentieren“, sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel der „Mainzer Allgemeinen“. Schon titelt die Berliner „BZ“: „Bald Schweineohren beim Staatsbankett?“

Längst liegen die Nerven zwischen SPD und Grünen blank. Völlig zerrüttet wird das Verhältnis, als die stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, sagt, von ihr aus könne Beck ruhig Bundespräsident werden, weil in Rheinland-Pfalz die ganze Regierungsarbeit ja ohnehin von den Grünen erledigt werde.

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