"stern"-Umfrage

Guttenberg sieht nur neben Westerwelle gut aus

Karl-Theodor zu Guttenbergs hält sich für "vorerst gescheitert" und plant ein baldiges Comeback. Doch den meisten Deutschen wäre es lieber, der einstige Politstar bliebe in der Versenkung. Laut einer "stern"-Umfrage ist nur noch Außenminister Westerwelle unbeliebter als KTG.

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Seit Dienstag ist das neue Buch von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in den deutschen Buchläden. „Vorerst gescheitert“ heißt der Titel und will programmatisch sein. Mehr als die Hälfte der Deutschen hält den ehemaligen Politstar jedoch für definitiv gescheitert: 51 Prozent der Bundesbürger lehnt eine Rückkehr des Plagiators ab, der über seine teilweise abgeschrieben Doktorarbeit stolperte. Das geht aus einer Umfrage des Magazins „stern“ hervor, das 1005 Menschen zu ihrer Einstellung gegenüber dem Ex-Politiker befragte.

Damit scheint sein Buch offenbar nicht den gewünschten Effekt für Karl-Theodor zu Guttenberg zu haben. Nach seinem Rücktritt im März hatten sich noch 62 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen, dass zu Guttenberg in absehbarer Zeit wieder ein hohes Amt übernehmen darf. Nun jedoch halten ihn nur noch 47 Prozent der Deutschen für vertrauenswürdig.

Guttenberg war Anfang März 2011 zurückgetreten, nachdem in seiner Doktorarbeit zahlreiche ungekennzeichnete Zitate entdeckt worden waren. In dem Interview, das „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit ihm im Oktober in einem Londoner Hotel geführt hatte, meldet er sich jetzt erstmals wieder ausführlich zu Wort.

Der frühere Verteidigungsminister greift in dem Buch auch ehemalige Weggefährten aus der CDU an. Er wirft Bildungsministerin Annette Schavan, Bundestagspräsident Norbert Lammert und dem früheren Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Wolfgang Böhmer, vor, ihm in der Affäre ohne Vorwarnung in den Rücken gefallen zu sein. Sein politisches Erbe verteidigt er in dem Buch vehement.

Dennoch kann zu Guttenberg im Vergleich mit anderen Politikern in den Augen der Bevölkerung kaum punkten. Auf die Frage, ob zu Guttenberg besser oder schlechter wäre als Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), antworteten 47 Prozent mit „schlechter“ und 31 Prozent mit „besser“. 55 Prozent erklärten, er wäre schlechter als sein Nachfolger, der jetzige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Im Vergleich zu Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) meinten zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten, Guttenberg wäre schlechter als Schäuble. Nur gegen Guido Westerwelle (FDP) schnitt er besser ab: 64 Prozent erklärten, Guttenberg wäre als Außenminister besser geeignet.