EU-Schuldenkrise

Schäuble befürchtet noch sieben schlechte Jahre

Finanzminister Schäuble fordert angesichts der Euro-Krise eine neue Balance zwischen Finanzmärkten und Staaten. Die Märkte bräuchten Grenzen und Regeln.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) befürchtet angesichts der EU-Schuldenkrise "noch sieben schlechte Jahre" für die Weltwirtschaft. Das sagte er vor Wirtschafts-Nobelpreisträgern im schweizerischen St. Gallen.

Der Finanzminister forderte eine neue Balance zwischen den Finanzmärkten und den Staaten. Die Finanzmärkte könnten sich nicht selbst kontrollieren, sondern bräuchten Grenzen und Regeln, um krisenresistenter zu werden. Dies sei nur mit einer starken Staatengemeinschaft möglich.

Zur Bewältigung der Schuldenkrise plädierte Schäuble für eine engere wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zwischen den Euro-Ländern. Auf dem Weg ins "Europa der Zukunft", würden die Staaten zwar immer nationale Identitäten bewahren, sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Aber in bestimmten Bereichen müssten sie "ein Stück ihrer nationalen Souveränität abgeben".

So benötige die Gemeinschaftswährung Euro "zwingend" auch eine gemeinsame Finanzpolitik, um dauerhaft an den Finanzmärkten akzeptiert zu werden. Dieser Weg einer "Vergemeinschaftung der Finanzpolitik" müsse gegangen werden, bevor über Euro-Bonds , also ein System einheitlicher Zinsen im Euro-Raum, gesprochen werden könne.

Schäuble forderte ferner, die verschuldeten Staaten müssten ihre Haushalte konsolidieren, etwa durch Einsparungen im öffentlichen Bereich.