SPD-Generalsekretärin

Mutter Nahles schlägt politikfreien Sonntag vor

Die SPD-Generalsekretärin will, dass Politiker mehr Zeit mit ihren Familien verbringen können. Die Parteien sollten sich auf einen politikfreien Tag pro Woche einigen.

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SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles regt einen politikfreien Tag in Deutschland an. "Die Parteien sollten sich darauf verständigen, dass an einem festgelegten Wochentag - idealerweise am Sonntag – in der Regel alles ruht, was mit Politik zu tun hat“, sagte Nahles dem "Hamburger Abendblatt“ .

So könnten Politiker mehr Zeit mit ihren Familien verbringen und für ihre Arbeit Kraft sammeln. In Schweden achte sogar die Regierung auf familienfreundliche Terminplanung – "und das Land steht auch nicht vor dem Untergang“.

Nahles ist im Januar Mutter geworden. Seither sei sie konzentrierter und entdecke Zeitreserven, sagte sie. "Da fliegt dann schon mal das eine oder andere offizielle Essen aus meinem Terminkalender.“ Kinder würden die Karriere sogar erleichtern. "Man ist einfach besser drauf, auch wenn man weniger schläft.“ Bewunderung empfinde sie auch für Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU), die siebenfache Mutter ist. "Das ist doch beeindruckend, wie sie das hinkriegt.“

"Männliche Netzwerke sind zu engmaschig"

Nahles warb außerdem für eine Frauenquote in Führungspositionen. "Tatsache ist: Auf Freiwilligkeit kann Gleichberechtigung nicht erfolgreich aufgebaut werden, dafür sind die männlichen Netzwerke zu engmaschig“, sagte sie. „Wir haben in den Vorständen der börsennotierten Unternehmen gerade mal 3,1 Prozent Frauen. Daher bin ich für eine gesetzliche Quote von mindestens 40 Prozent.“

Auf die Frage, ob sie selbst eine Quotenfrau sei, antwortete Nahles: „Ich bin als Generalsekretärin nicht quotiert. Aber mir hat die Quote in der SPD als junge Frau sicher auch geholfen.“