Morgenpost Online : Herr Schall, im Wahlkampf waren Sie auf Plakaten der CDU zu sehen. Die NPD wollte Sie daraufhin zur Rückkehr in Ihr Geburtsland Angola „animieren“. Wie haben Sie diese Angriffe erlebt?
Zeca Schall : Das war schlimm für mich und meine Familie, aber auch für die CDU und alle demokratischen Parteien. Wir waren alle geschockt.
Morgenpost Online : Haben Sie so etwas vorher erlebt?
Schall : Noch nie. Das kam von heute auf morgen. Die NPD hat plötzlich angekündigt, dass sie in zwei Tagen zu mir kommen wolle. Ich erfuhr es aus den Medien.
Morgenpost Online : Was geschah dann?
Schall : Wir haben die Polizei gerufen, aber der Staatsschutz war schon bei mir. Der Bahnhof meiner Heimatstadt Hildburghausen wurde abgesperrt, auch die Hauptstraßen. Die NPD fuhr trotzdem 20 Meter vor meinem Haus vorbei. Die Polizei erteilte Platzverweise.
Morgenpost Online : Ist es wieder ruhiger geworden?
Schall : Ich bekomme noch immer anonyme Anrufe und Drohbriefe, mein Leben hat sich komplett verändert. Wenn ich auf die Straße gehe, muss ich aufpassen und immer gucken, wer hinter mir geht. Aber der Staatsschutz hat das im Griff.
Morgenpost Online : Wer half Ihnen?
Schall : Meine Nachbarn stehen mir bei, die fragen jeden Tag, wie es mir geht, und rufen die Polizei, wenn wieder Leute von der NPD auftauchen. Große Unterstützung kam aus der CDU, auch aus allen anderen Parteien.
Morgenpost Online : Die CDU war zurückhaltend. Ministerpräsident Dieter Althaus hat sich nie öffentlich dazu geäußert.
Schall : Die CDU stand hinter mir. Ich war viel im Wahlkampf unterwegs, auch mit Althaus. Nach dem Vorfall hat er sofort gesagt, dass man die NPD verbieten muss.





