Künstliche Befruchtung

Deutsche für bedingte Freigabe von Gentests an Embryos

Wenn Tot- und Fehlgeburten verhindert werden können, spricht sich die Mehrheit der Deutschen laut einer Umfrage für die umstrittenen Test aus.

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Rund drei Viertel der Bundesbürger befürworten unter bestimmten Bedingungen eine Freigabe von Gentests an Embryonen. So sprachen sich in einer aktuellen emnid-Studie 29 Prozent der Befragten für eine Freigabe der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) aus, wenn damit Tot- und Fehlgeburten abgewendet werden könnten, wie die „Evangelische Kirche im NDR“ am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

45 Prozent der Befragten befürworteten die Gentests auch, um schwere Erbkrankheiten abzuwenden. 21 Prozent forderten dagegen, die Gentests komplett zu verbieten. Fünf Prozent sind unentschlossen oder machen keine Angaben. Für die Studie wurden 504 Personen ab 14 Jahren telefonisch befragt.

Die Ergebnisse zeigten, dass Ostdeutsche häufiger für eine weitgehende Freigabe plädieren als Westdeutsche, hieß es. Frauen befürworteten die Tests öfter als Männer. Bei der PID werden ausgewählte Embryonen ohne bestimmte Erbschäden in den Mutterleib eingepflanzt. Der Bundestag wird voraussichtlich noch vor der Sommerpause entscheiden, ob die PID erlaubt sein soll.

Die PID ist umstritten, weil dabei Embryonen außerhalb des Mutterleibes auf mögliche genetische Schädigungen untersucht und gegebenenfalls verworfen werden. Der Bundestag will noch vor der Sommerpause über die Zulässigkeit dieser Diagnostik in Deutschland entscheiden.

In Ostdeutschland plädierte laut Umfrage jeder zweite Befragte für eine weitgehende Freigabe, während es im Westen nur 43 Prozent sind. Bei den Frauen sind es 47 Prozent gegenüber 43 Prozent bei den Männern.