Mit dem Morgenpost-Wahl-O-Mat kann einem der digitale Entscheidungshelfer Hinweise dazu geben, welche Parteien am ehesten der eigenen Meinung entsprechen. Wer noch unsicher ist, welche Partei man zur Bundestagswahl 2017 wählen sollte, kann den Wahl-O-Mat zur Entscheidungshilfe selber nutzen.

Am kommenden Sonntag, dem 24. September 2017 findet die Bundestagswahl ein weiteres mal statt, jedoch sind nach wie vor einige Bundesbürger unentschlossen, wo sie denn ihr Kreuz machen werden. Da die Parteienlandschaft immer bunter wird und es für viele Menschen wohl zu aufwendig ist, sich durch alle Parteiprogramme durch zu lesen, sorgt das von der Bundeszentrale für politische Bildung im Jahr 2002 entworfene Tool Wahl-O-Mat auch dieses Jahr wieder für Besucherrekorde.

Was ist der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat ist eine von der Bundeszentrale für politische Bildung entworfene Webanwendung, welche seit dem Jahr 2002 betrieben wird. Der “Wahl-O-Mat” stellt einem dabei Fragen zu 38 politischen Thesen, zu denen man nun entweder eine positive, ablehnende oder eine neutrale Haltung haben kann. Darüber hinaus kann man eine jede Frage überspringen.

Anschließend kann man als Nutzer beliebig vielen Thesen doppeltes Gewicht geben, wenn sie einem wichtig erscheinen. Schließlich kann man sich für bis zu acht Parteien entscheiden, die für eine Auswertung in Betracht genommen werden sollen.

Daraufhin werden die eigenen Stellungnahmen mit den autorisierten Antworten der Parteien abgeglichen und man erhält als Nutzer ein Balkendiagramm zu sehen, das aufzeigt mit wie viel Prozent man mit den ausgewählten Parteien übereinstimmt. In einer weiteren Tabelle kann man dann die einzelnen Thesen im direkten Vergleich mit den Aussagen der einzelnen Parteien gegen abgleichen. Seit 2009 können nun alle zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien, die den Fragebogen beantwortet haben vom Wahl-O-Mat ausgewertet werden. Vorher war nur eine Auswahl der in den Parlamenten vertretenen Parteien möglich.

Wer erstellt beim Wahl-O-Mat die Fragen?

Der Wahl-O-Mat wird von einer 20-25-köpfigen Redaktion von Erst- bzw. Jungwählern erstellt, die sich alle Online dafür bewerben können. Im Wahl-O-Mat werden die Wahl- und Parteiprogramme der Parteien sowie deren Aussagen vor der als Grundlage hergenommen. In jedem Wahl-O-Mat werden die Thesen von einem großen Team erarbeitet, welches aus folgenden Personen besteht:

• Einer Wahl-O-Mat Redaktion aus 20 bis 25 Jung- und Erstwählern zwischen 16/18 und 26 Jahren aus dem jeweiligen Land bzw. dem ganzen Bundesgebiet. Alle Wahlberechtigte können sich für die Teilnahme am Wahl-O-Mat bewerben, wenn sie von 18-26 Jahre alt sind und sich über ein Online-Formular bewerben. • Mehrere Statistiker, Pädagogen und Politikwissenschaftler, die mit den Wirkungen und Funktionsweisen des Wahl-O-Mat vertraut sind • Einige Experten und Wissenschaftler aus bestimmten Themengebieten oder dem jeweiligen Bundesland • Den jeweils Verantwortlichen aus den institutionellen Trägern des Wahl-O-Mat: der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und in der Regel den jeweiligen Landeszentralen für politische Bildung

Wie entsteht der Wahl-O-Mat?

Die von den Jungwählern zusammengestellten Fragen zum Wahl-O-Maten richten sich vorrangig auch an diese Zielgruppe. Etwa drei Monate vor der Bundestagswahl trafen sich die Wahl-O-Mat Redakteure einem dreitägigen Workshop und erarbeiteten dabei achtzig bis 100 Thesen. Basis dieser Workshops sind die Wahl- und Parteiprogramme der Parteien sowie deren programmatischen Aussagen. Die Redakteure suchten dann die wichtigen und zwischen den Parteien umstrittenen Themen heraus. So wurde beispielsweise Fragenkatalog für die Bundestagswahl 2013 von einem 25-köpfigen Redaktionsteam im Alter von 18 bis 26 Jahren aus allen Teilen der Bundesrepublik entwickelt.

Wie viele Nutzer hat der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat hat dieses Jahr schon 50 Millionen Nutzern dabei geholfen, eine passende Partei zu finden.

Wie sollte man das Ergebnis bewerten?

Der Wahl-O-Mat stellt keine, wie die Bundeszentrale für politische Bildung betont, “Wahlempfehlung für eine Partei” , dar. Der Wahl-O-Mat soll lediglich als Ausgangspunkt für eine individuelle Parteien-Recherche dienen, damit man mehr über die Parteien herausfindet. Der Wahl-O-Mat wird einem nicht zeigen, welche Partei man wählen soll.