Terrormiliz

Bericht: Die meisten IS-Rekruten wissen wenig über den Islam

Die Mehrheit rekrutierter IS-Kämpfer hat nur Basiskenntnisse im Islam. Das sollen geleakte Unterlagen belegen. Ein Vorteil für den IS.

Den Koran kennen die meisten Rekruten des „Islamischen Staates“ einem Bericht zufolge nur rudimentär. Das spielt der Terrormiliz in die Hände.

Den Koran kennen die meisten Rekruten des „Islamischen Staates“ einem Bericht zufolge nur rudimentär. Das spielt der Terrormiliz in die Hände.

Foto: © Esam Al-Fetori / Reuters / REUTERS

Berlin.  Die meisten IS-Kämpfer, die die Terrormiliz in den Jahren 2013 und 2014 rekrutiert hat, wussten zu diesem Zeitpunkt nur wenig über den Islam. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Nachrichtenagentur AP, die sich auf Tausende von geleakten IS-Dokumenten beruft.

Der sogenannte Islamische Staat befragte die neuen Rekruten den Unterlagen zufolge nach ihren Kenntnissen über die Scharia, die Pflichten und Verbote im Islam. Insgesamt 70 Prozent bescheinigte die Terrormiliz lediglich ein „Basiswissen“, die niedrigste Kategorie. Etwa 24 Prozent hätten laut den Dokumenten „mittlere Kenntnisse“. Und nur fünf Prozent verfügten über fortgeschrittene Islam-Kenntnisse.

„Islam für Dummies“ als Einstiegsliteratur

Laut dem Bericht würde der IS gezielt junge Muslime mit rudimentärem Wissen anwerben. Die Idee dahinter: Bei ihnen fällt die Ideologie der Terrormiliz auf besonders fruchtbaren Boden. Viele der späteren IS-Kämpfer lernten in Ratgeber-Büchern vor ihrer Ausreise aus Frankreich oder England nach Syrien nur die Grundzüge der Religion. Besonders beliebt sind dem Bericht zufolge die Bücher „Islam für Dummies“ und „Koran für Dummies“. Darin erklären die Autoren leicht verständlich die Lehren Mohammeds oder zum Beispiel den Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten.

Der IS rekrutiert aus zahlreichen europäischen Ländern seine Anhänger. Laut dem deutschen Verfassungsschutz sind 800 radikale Islamisten aus Deutschland bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Viele haben sich dort dem IS angeschlossen. Ein Drittel der Ausgereisten ist inzwischen wieder in Deutschland. Bei etwa 70 von ihnen ist bekannt, dass sie Kampferfahrungen gesammelt haben. (les/dpa)