Mehrere Hundert Hooligans haben am Sonntag das Gedenken an die Brüsseler Terroropfer auf dem Börsenplatz im Zentrum der belgischen Hauptstadt gestört. Auf Fernsehbildern waren teilweise vermummte Personen zu sehen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga umfasste die Gruppe etwa 450 teils alkoholisierte Menschen.

Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga beteiligten sich etwa 450 teils betrunkene Hooligans an den Ausschreitungen.
Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga beteiligten sich etwa 450 teils betrunkene Hooligans an den Ausschreitungen.© REUTERS | YVES HERMAN

Es kam zu Rangeleien mit Polizisten, die mit Schlagstöcken, Schildern und Helmen ausgerüstet waren. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein. Die Unruhestifter skandierten: „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“und „Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat“. Medien vor Ort berichteten von ausländerfeindlichen Slogans und vereinzelten Hitlergrüßen. Die Unruhestifter warfen brennende Gegenstände auf Polizisten und suchten Streit mit Teilnehmern der Trauerkundgebung, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Wie Hooligans in Brüssel randalierten

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Die rechten Unruhestifter hielten Spruchbänder und skandierten Hassparolen.
Die rechten Unruhestifter hielten Spruchbänder und skandierten Hassparolen.© dpa | Olivier Hoslet
Sprüche wie „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“ und „Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat“ waren zu hören.
Sprüche wie „Belgische Hooligans. Wir sind hier zu Hause“ und „Alle gemeinsam gegen den Islamischen Staat“ waren zu hören.© dpa | Olivier Hoslet
Medien vor Ort berichteten auch von ausländerfeindlichen Slogans und Hitlergrüßen.
Medien vor Ort berichteten auch von ausländerfeindlichen Slogans und Hitlergrüßen.© dpa | Olivier Hoslet
Vor der Brüsseler Börse musste die Polizei Hooligans und die anderen Anwesenden trennen.
Vor der Brüsseler Börse musste die Polizei Hooligans und die anderen Anwesenden trennen.© REUTERS | YVES HERMAN
Nachdem die Polizei den Platz vor der Börse gesperrt hatte, eskalierte die Gewalt.
Nachdem die Polizei den Platz vor der Börse gesperrt hatte, eskalierte die Gewalt.© dpa | Olivier Hoslet
In kleineren Gruppen zogen die Hooligans in Richtung Nordbahnhof...
In kleineren Gruppen zogen die Hooligans in Richtung Nordbahnhof...© dpa | Olivier Hoslet
... und randalierten dabei in der gesamten Innenstadt.
... und randalierten dabei in der gesamten Innenstadt.© REUTERS | YVES HERMAN
Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete von etwa 450 teils betrunkenen Hooligans.
Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete von etwa 450 teils betrunkenen Hooligans.© REUTERS | YVES HERMAN
Als Reaktion auf die Terroranschläge vom Dienstag sollte am Sonntag vor der Brüsseler Börse eigentlich ein „Marsch gegen die Angst“ stattfinden.
Als Reaktion auf die Terroranschläge vom Dienstag sollte am Sonntag vor der Brüsseler Börse eigentlich ein „Marsch gegen die Angst“ stattfinden.© dpa | Olivier Hoslet
Der aber wurde aus Sicherheitsgründen angesagt. Dennoch kamen am Sonntag viele Menschen auf den Platz, um gemeinsam zu trauern.
Der aber wurde aus Sicherheitsgründen angesagt. Dennoch kamen am Sonntag viele Menschen auf den Platz, um gemeinsam zu trauern.© dpa | Olivier Hoslet
Mit den Hooligans fand die Trauer ein Ende.
Mit den Hooligans fand die Trauer ein Ende.© dpa | Olivier Hoslet
Die Brüsseler Polizei setzte Wasserwerfer ein, um der Lage Herr zu werden.
Die Brüsseler Polizei setzte Wasserwerfer ein, um der Lage Herr zu werden. © dpa | Olivier Hoslet
Nach den Attentaten vom Dienstag, bei denen 28 Unschuldige starben und 340 Menschen verletzt wurden, sind die Sicherheitskräfte in Belgien ohnehin nervös.
Nach den Attentaten vom Dienstag, bei denen 28 Unschuldige starben und 340 Menschen verletzt wurden, sind die Sicherheitskräfte in Belgien ohnehin nervös.© dpa | Patrik Stollarz

Polizisten rückten zur Sicherung des Platzes an und trennten die Hooligans von den übrigen Anwesenden. Etwa zehn Tatverdächtige wurden vorübergehend festgenommen. Nach Einschätzung von Zeugen vor Ort schien es sich um Rechtsextreme zu handeln. Die Polizei sperrte den Platz Belga zufolge ab. Bildaufnahmen des russischen, staatsnahen Senders „Russia Today“ zeigen die aufgeheizte Stimmung der Hooligans:

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Ein spanisches Reporterteam geriet in eine Rangelei und stellte bei Twitter ein Video ins Netz:

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Der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur zeigte sich entsetzt: „Ich bin schockiert, dass solche Widerlinge anreisen, um die Bewohner an ihren Gedenkorten zu provozieren.“ Die Behörden seien am Vortag darüber informiert worden, dass mit den Störern zu rechnen sei. Dennoch sei die Anreise nicht verhindert worden, beklagte Mayeur, der von der belgischen Regierung Konsequenzen forderte. Premierminister Charles Michel verurteilte das Verhalten der Unruhestifter scharf: „Ich verlange Respekt in einem Augenblick der Trauer für das ganze Land“, erklärte er.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer Metrostation hatten Selbstmordattentäter am Dienstag 28 unschuldige Menschen getötet und etwa 340 verletzt worden. Die Börse in der Brüsseler Innenstadt ist in den Tagen danach zum Ort des Gedenkens geworden, an dem Menschen Blumen niederlegen und Kerzen aufstellen. Die Fassade des Gebäudes und der Boden davor sind mit Trauerbotschaften in Kreide bedeckt.

Trotz der Absage des geplanten Gedenkmarschs „Gegen die Angst“ für die Opfer der Terroranschläge hatten sich am Nachmittag mehrere Hundert Menschen an der Börse versammelt. (dpa)