Fahndungserfolg

Boston-Attentat - ein Verdächtiger tot, zweiter auf Flucht

Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon gab es einen Fahndungserfolg. Ein Verdächtiger ist jedoch in einer Klinik gestorben.

Vier Tage nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon hat die Polizei einen der Tatverdächtigen getötet. Der Mann sei bei einer Verfolgungsjagd erschossen worden, teilte der Bostoner Polizeikommissar Ed Davis am Freitag per Twitter mit.

Nach Angaben von Ärzten wurde der Mann von extrem vielen Kugeln getroffen. Die Zahl der Einschüsse sei „nicht zu zählen gewesen“, sagte ein Krankenhausarzt. Es heißt auch, der getötete Tatverdächtige hatte neben Schussverletzungen auch andere Verletzungen, die möglicherweise von einer Explosion stammen.

Ein zweiter Verdächtiger sei auf der Flucht. Nach ihm wird gefahndet. Der Mann sei bewaffnet und gefährlich. Dabei handele es sich um die Person, die auf den am Vortag veröffentlichten Fahndungsfotos eine weiße Mütze trage.

Nach ihm läuft die Suche im Bostoner Vorort Watertown, wo die Polizei mit einem Großaufgebot die Straßen durchkämmt und mit Hausdurchsuchungen den Flüchtigen verfolgt.

Für die Suche wurde auch der öffentliche Nahverkehr der US-Ostküstenmetropole am Freitagmorgen unterbrochen. Wer bereits an einer Busstation stehe, solle nach Hause gehen, sagte ein Behördensprecher.

Die Polizei mahnte die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht. „Wir glauben, dass es sich um einen Terroristen handelt“, sagte ein Beamter über den Flüchtigen.

Zuvor war ein Polizist erschossen worden

Zu der Verfolgungsjagd kam es nach dem Tod eines Polizisten der US-Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT). Der Beamte war dort wegen einer Ruhestörung gerufen und dann erschossen worden. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) liegt in Cambridge in unmittelbarer Nähe von Boston.

Bewohner von Watertown berichteten von Schüssen und Explosionen. Ein 69 Jahre alter Rentner sagte, er habe drei laute Explosionen gehört. Die Polizei forderte die Bewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben.

Die US-Bundespolizei FBI hatte am Donnerstag Fotos von zwei Verdächtigen veröffentlicht und erklärt, die Männer seien bewaffnet und äußerst gefährlich. Auf Videoaufnahmen waren sie mit Rucksäcken zu sehen, in denen sich die Bomben befunden haben sollen. Einer der beiden stellte seinen Rucksack ab.

Bei dem Anschlag auf den Boston-Marathon waren am Montag drei Menschen getötet und rund 180 weitere verletzt worden.