Zweite Amtszeit

Barack Obama ruft gespaltene Nation zu Einigkeit auf

Vor dem Kapitol in Washington hat der bisherige und zukünftige US-Präsident Barack Obama seinen Amtseid geschworen.

Foto: JEWEL SAMAD / AFP

Vor den Augen der Nation ist US-Präsident Barack Obama in seine zweite Amtszeit eingeführt worden. Obama leistete am Montag in einer feierlichen Zeremonie auf den Stufen des Kapitols in Washington den Amtseid. Offiziell hatte seine zweite Amtszeit bereits am Sonntag begonnen, als der 51-Jährige im kleinen Kreis im Weißen Haus vereidigt worden war.

In seiner Antrittsrede beschwor Obama den Zusammenhalt der USA, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern. „Mehr denn je müssen wir diese Dinge gemeinsam tun, als eine Nation und ein Volk“, sagte der Präsident. Das Land müsse in der Wirtschaftspolitik, bei der Reform des Einwanderungsrechts, der Verbesserung des Bildungssystems und im Kampf gegen den Klimawandel handeln. „Wir können uns keine Verzögerungen leisten“, sagte er.

Bis zu 800.000 Zuschauer auf der National Mall

Die Menschenmassen, die sich seit dem frühen Morgen zwischen dem Kapitol und dem Obelisken des Washington Monument unter strahlend blauem Himmel versammelt hatten, jubelten und schwenkten US-Flaggen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt waren bis zu 800.000 Zuschauer auf der National Mall erwartet worden.

Laut US-Verfassung beginnt die Amtszeit des Präsidenten immer am 20. Januar um 12.00 Uhr. Weil das Datum in diesem Jahr aber auf einen Sonntag fiel, wurde die pompöse Zeremonie vor dem Kapitol auf den Montag gelegt. In aller Öffentlichkeit nahm der Vorsitzende Richter des Supreme Court, John Roberts, Obama den Schwur noch einmal ab. Anders als bei der Vereidigung vor vier Jahren, als Roberts die Eidesformel durcheinander brachte und der Amtseid später wiederholt werden musste, verlief dieses Mal alles glatt.

Der Präsident legte seinen Amtseid auf zwei Bibeln ab. Ein Exemplar gehörte einst Präsident Abraham Lincoln, der im 19. Jahrhundert die Sklaverei in Amerika beendete und von Obama sehr verehrt wird. Die andere Bibel stammt aus dem Besitz von Martin Luther King. Die Amtseinführung Obamas fiel mit dem nationalen Gedenktag für den 1968 ermordeten afroamerikanischen Bürgerrechtler zusammen.

Höchste Sicherheitsvorkehrungen in Washington

Auch US-Vizepräsident Joe Biden legte am Montag seinen öffentlichen Eid für eine zweite Amtszeit ab. Offiziell war der 70-Jährige bereits am Sonntag in einer kleinen Zeremonie in der Sternwarte der US-Marine in Washington vereidigt worden. Den Amtseid nahm die Richterin am Obersten Gerichtshof, Sonia Sotomayor, ab. Obama hatte Sotomayor als erste Richterin mit lateinamerikanischen Wurzeln an den Supreme Court berufen.

Sicherheitskräfte kontrollierten die Straßen rund um die National Mall, gepanzerte Fahrzeuge sperrten die Gegend für den Verkehr ab. Über der Stadt kreisten Helikopter. Etwa 30.000 Polizisten und Soldaten der Nationalgarde waren im Einsatz. Die Bundespolizei FBI hatte allerdings verlauten lassen, dass es „keine glaubhaften Drohungen“ gegen die Inaugurationsfeier gebe.

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